Neuseeland 2012

Neuseeland steht spätestens nach den Herr der Ringe Filmen auf der Liste der begehrten Urlaubsziele. Vorab: Neuseeland ist wirklich traumhaft und bietet eine Menge.

Man muss sich aber bewusst machen, dass man schon gute 24h unterwegs ist, bis man mal dort angekommen ist. Ganz so schlimm wie sich das anhört ist es aber auch nicht, wenn man sich eine gute Fluglinie sucht. Dann hat man etwas mehr Platz, besseres Essen und gutes Individualprogramm in form von sehr vielen aktuellen Filmen.

Wir haben Neuseeland in einer Reisegruppe besucht und waren mit dem Bus unterwegs. Wir haben sowohl die Nordinsel als auch die Südinsel bereist.

Auf der Nordinsel gibt es Stände, heiße Quellen, Regenwald mit Kauri Trees und Auckland, die größte Stadt in Neuseeland.

Auf der Südinsel gibt es Gebirge, Schnee, Schafe, trostlose Ebenen, die an Mordor erinnern und die Fun und Wintersportmetropole.

Man kann Neuseeland sehr gut zu Fuß, mit dem Mietwagen oder auch mit dem Rad bereisen. Auch für Backpacker gibt es zig Möglichkeiten.

Die Neuseeländer sind sowohl naturverrückt, gerne am Meer (was auch nicht schwierig ist, wenn das Meer in jeder Richtung nah ist und fast jeder ein Boot hat) und haben verrückte Sachen wie Jetboote oder Bungee Springen erfunden. Man hat den Eindruck, dass keine Erfindung verrückt genug sein kann, dass die Neuseeländer nicht drauf kommen.

Ansonsten spürt man sowohl in Neuseeland als auch in Australien die nähe zu England. Das fing mit Sky an, ging über fish & chips an jeder Ecke weiter.

Fernsehen ist aber eh keine besonders gute Idee in Neuseeland. Abseits von Sky sieht es recht dürftig aus.

Die Ureinwohner sind in der Vergangenheit genauso schlecht behandelt worden, wie in Australien oder auch den USA und leiden noch heute darunter.

Neuseeland hat sowohl hohe vulkanische Aktivität und ist zusätzlich stark erdbebengefährdet. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Bevor wir dort waren gab es Erdbeben und auch danach. Dementsprechend gab es auch diverse – vor allem ältere – Gebäude, die nicht betreten werden durften. Wenn man Museen besucht, wird das Thema dementsprechend aufgegriffen. Das Museum in Wellington ist diesbezüglich sehr empfehlenswert und kann auch international ganz gut mithalten, ist aber natürlich etwas kleiner als in anderen Ländern. Man muss immer berücksichtigen, dass in Neuseeland nicht besonders viele Menschen leben (keine 5 Mio. und ein großer Teil davon alleine in Auckland).

Das merkt man auch, wenn man sich den Regierungssitz ansieht. Direkt davor ist ein Park und jeder kann gemütlich rein und raus marschieren (zumindest zu der Zeit als wir da waren). Das wäre in Deutschland und den USA undenkbar aufgrund von Terrorangst. Das fand ich sehr entspannt und man hatte das Gefühl, dass Neuseeland so weit abseits vom Rest der Welt liegt, dass derartige Themen nicht so relevant sind.

Man erlebt auf jeder Tour Besonderheiten: Wir hatten auf dieser Tour einen etwas älteren Reiseleiter, der sich gedanklich schon im Ruhestand befand (so ganz motiviert war er nicht mehr). Er hat sich durch einige Eigenschaften ausgezeichnet. Er war ausgesprochener Wein und Gastronomiefreund. I.d.R. gibt einem der Tourgide auf einer organisierten Gruppenreise Tipps was man in den Ortschaften die man besichtig an Sehenswürdigkeiten vorfindet oder was man sich anschauen sollte. Unser Tourguide hat ohne Rückfragen nur auf besondere Restaurants und lokale hingewiesen. Das ist echt anstrengend nach einigen Tagen, wenn man NICHT nur die besten Lokale und Weinläden kennenlernen möchte.

Weiterhin wurde von ihm morgens vor der Abfahrt in der Regel durchgezählt (sofern man das bei unserem Guide so nennen konnte, 1, 2, 3 … ganz viele … ach, passt schon). An einem Tag an dem lt. Aussage unseres Guides besonders viel zu erkunden war, hat er sich Abends, nachdem die hälfte der Gäste schon aus dem Bus war spontan überlegt, dass er 15 Minuten früher losfahren will. Guter Plan!

Morgens sind wir in den Bus eingestiegen und er hat wie immer nur mal schnell so getan als wenn er zählt und meinte dann wir kennen ja unsere Sitznachbarn (dazu muss man sagen, dass in dem Bus in einem chaotischen Prinzip Sitzrotation erfolgte). Dementsprechend ist es dann keinem Aufgefallen, dass 2 fehlten.

Nach knapp einer Stunde kam der Anruf, dass die zwei an der Hotelrezeption stehen und wir sind mit dem Bus zurückgefahren, nachdem unser Tourguide zuerst versucht hat die beiden per Heli einfliegen zu lassen (wir waren vorher am Franz Josef Glacier und unser Guide hatte wohl gehofft, dass die von da mal eben die Gäste hinterherfliegen, weil er denen ja regelmäßig Tourinachschub bringt – haben sie aber nicht gemacht). Nachdem wir dann gut 1,5 Stunden verloren hatten war das natürlich kein Problem und vollkommen unkritisch lt. Tourgide (witzig, da wir am Tag vorher noch von ihm erzählt bekommen haben was wir alles vor haben und das wir früher aufstehen müssen). Aber Zeit ist ja bekanntlich relativ.

Wo wir gerade beim Heli sind. Das Erlebnis auf einen Glacier zu fliegen ist wirklich toll. Eben steht man noch unten im Tal bei 25° und ruck zuck steht man oben im Eis und ohne die Helis wäre dort oben totale Ruhe. Auf dem Weg dorthin fliegt man sehr nah über den Gletscher hinweg und kann das zerklüftete und spröde Eis sehr gut erkennen. Extrem beeindruckend und wie viele Aktivitäten in Neuseeland – es macht richtig Spaß aber eigentlich sollte man es aus Umweltschutzgründen lassen.

Ja, das ist natürlich auch sehr eilitär und verschwenderisch aber Spaß macht es trotzdem. 😉

 

Auf Herr der Ringe trifft  man in ganz Neuseeland. Es gibt sogar extra Reisen die darauf ausgelegt sind die Drehorte zu bereisen. Hier und da findet man auch einzelne Ausstellungsstücke z.B. in Hotels (oft Originalrequisiten vom Dreh). Wenn man großer Fan ist, dann kann man die Spezialtouren mitmachen aber man kommt auch bei jeder normalen Tour an einigen Drehorten vorbei. Da kommt es dann eher darauf an, ob man es merkt. So ganz offensichtlich ist es nicht immer.

Ein kleiner Geheimtipp: Der Weta Shop im Skytower in Auckland. Der ist definitiv einen Besuch wert und befindet ich unten im Skytower (Rolltreppe nach unten).

Im Skytower ist auch Skywalk und Skyjump angesiedelt. Skyjump ist was für alle Leute die aus geundheitlichen Gründen nicht Bungeejumpen wollen. Man wird an einem Stahlseil befestigt (mit einem Dämpfungselement wie beim Bungeespringen dazwischen) und springt aus ca. 200m Höhe ab. Oben wird man kurz gestoppt, damit man auspendeln kann (es fühlt sich echt komisch an in 200m Höhe frei zu hängen) und danach geht es quasi im freien Fall nach unten, der dann relativ sanft abgebremst wird. Der größte Schritt ist der oben über die Kante. Etwas vertrauen in die Technik braucht es da schon. Es ist aber wirklich ein Erlebnis.

Weiterhin kann man im Skytower einen Skywalk machen. Dabei läuft man auf einem Rundgang ohne Geländer um den Tower rum. Zusätzlich lehnt man sich vorwärts und rückwärts über die Kante und hängt in der Sicherung. Auch das fühlt sich der komisch an, wenn man sich vorwärts in die Sicherung  hängt.

Für die etwas weniger Mutigen gibt es noch Glasbodenelemente im Aufzug und im Turm selbst. Auch das fühlt sich beim ersten Mal komisch an, wenn man auf das Glas tritt. Wenn man das aber irgendwo schon mal gemacht hat, fällt es danach leichter.

Die Fun und Action Metropole in Neuseeland ist Queenstown und ein ganz besonderes Highlight dort ist das Jetbootfahren (wobei das nicht nur dort geht) und der Skippers Canyon. Auch wenn die Bilder das nicht wiedergeben. Der Skippers Canyon (Geländewagentour ist 100%iges Pflichtprogramm. Jetbootfahren aber auch). Dabei sieht man dann übrigens auch gleich einen Drehort von Herr der Ringe.

Aber Achtung: Wenn man Höhenangst hat, sollte man den Skippers Canyon meiden. Die Straße dort führt direkt am Abgrund entlang und ist an vielen stellen nur so breit, dass keine zwei Autos nebeneinander herpassen. Da wo es passt setzt es erfahrene Fahrer voraus und ist sehr eng. Es darf dort aber jeder mit seinem Auto fahren. Wen man sich selber traut sollte man auf jeden Fall die Ruhe weg haben und vorsichtig fahren. Wenn man dort abstürzt, gibt es nichts mehr was sich zu retten lohnt. Dafür bekommt man wirklich atemberaubende Perspektiven geboten.

Zu den Jetbooten: Ich glaube es gibt keine Variante mit einem Boot mehr Sprit in kurzer Zeit zu verblasen. Die Jetboote haben keine Schraube, sondern einen Jetantrieb, der das Wasser direkt unter dem Rumpf (vergleichbar mit einem Düsenantrieb beim Flugzeug) einsaugt. Das Wasser wird dann mit sehr viel Druck hinten am Bot wieder ausgegeben. Jetboote haben kein Ruder. Rückwärtsfahren funktioniert über ein Schild hinter dem Antrieb und ist quasi die Schubumkehr im Flieger. Da die Richtung mit dem Antrieb direkt beeinflusst werden kann, sind die Bote extrem schnell bei Richtungswechseln. Die Boote benötigen sehr wenig Tiefgang (ein paar cm Wasser reichen).

Und bevor einer fragt: Ja, ich habe natürlich alles gemacht was man in den Videos sieht.

Das oben erwähnte ist ja schon beeindruckend genug. Die Neuseeländer kombinieren das dann mit Fahrern, die recht talentiert sind und heizen dann wirklich mit 50cm Entfernung an den Felsen vorbei (zumindest beim Shotover Jet) – es gibt auch andere Jetbootabenteuer, die nicht ganz so verrückt sind. Es hat übrigens auch schon Unfälle beim Shotover Jet gegeben. Das ist also wirklich nicht ungefährlich. Die Shotover Jetboote erreichen Geschwindigkeiten von 80km/h und haben rund 700 PS.

Gefährliche Tiere gibt es in Neuseeland keine aber die Sandfliegen sind extrem nervig. Das sind kleine Fliegen, die beißen. Von den Bissen hat man viel länger was als von Mückenstichen. Oft dauert es zwei oder drei Wochen bis das Jucken aufhört.

Auf dem Rückweg von Neuseeland haben wir die Gunst der Stunde genutzt und da wir eh in Singapur zwischengelandet sind, haben wir dort auch gleich ein paar Stunden im Flughafenhotel gepennt (dort kann man die Hotels im 3 Stunden Slots buchen) und am nächsten Morgen eine kostenlose Stadtrundfahrt mitgemacht, bevor wird den Heimflug angetreten sind.

Fazit:

Neuseeland ist definitiv eine Reise Wert. Ich denke in Neuseeland kann auch jeder Geschmack bedient werden. Das kann Wandern, Radfahren, auf eigene Faust losziehen mit dem Mietwagen, Rucksacktourismus oder eine organisierte Busreise sein. Alles kein Problem. Beim Wandern sollte man allerdings berücksichtigen, dass es sehr viele Flüsse gibt, die temporär komplett trocken liegen, sich aber bei Regen in sehr kurzer Zeit zu reißenden Gewässern entwickeln können.

Essenz der Götter Serie

Essenz der Götter 1 - Martina Riemer  Essenz der Götter 2 - Martina Riemer

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Martina Riemer

Teile der Serie:

  • Essenz der Götter 1 (472 Seiten)
  • Essenz der Götter 2 (345 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Wie kommt es, dass du auch mit geschlossenen Augen immer meine Brüste erwischst?« »Talent einerseits«, sagt er, kommt näher und gibt ihr einen Kuss, »andererseits weiß meine Hand eben von alleine, wo sie hingehört.« »Ich hoffe, die Hand weiß auch, dass sie nur auf meine Brust gehört, sonst«, kontert sie und legt ihre Hand auf seine und verschränkt die Finger mit ihm, »könnte es passieren, dass ich beim nächsten Training mit den Messern abrutsche.«

Buch 1: Loreens Adoptiveltern sind kürzlich bei einem Autounfall gestorben. Loreen ist 17 und wurde in ein Kinderheim gesteckt, dass irgendwo im nirgendwo ist. Loreen trauert und ihr langjähriger Freund is nun auch unerreichbar weit weg.

Loreen erfährt, dass sie zu den Divinus Kriegern gehört. Die Divinus Krieger tragen eine göttliche Essenz in sich. Jeder Divinus Krieger hat andere Gaben (Fähigkeiten) von den Göttern bekommen. Die Divinus (Anhänger der neuen Götter – Zeus und Co) führen Krieg gegen die Titanus (Anhäger der alten Götter – Titanen) aber es steht eher schlecht. Sie benötigen Loreen aus diesem Grund, wie jeden anderen der Götteressenz in sich trägt.

Loreen entscheidet sich aber trotz der Neuigkeit mit Jamie zusammen zu leben – ihrem langjährigen Freund. Erst nach vier Jahren hört sie auf ihr Gewissen und nimmt erneut Kontakt zu den Divinus Kriegern auf. Dort wird sie in deren Geschichte und deren Kampftechniken eingeführt. Sie begegnen ihr aber teilweise mit Misstrauen, weil sie sich nicht sofort für sie entschieden hat.

Der Gedanke, Sky in kleine Scheiben zu schneiden, war kurz durch seinen Geist geflogen, aber Sky ist sein Freund und er und Loreen sind bald Bell-Par.

Dann fällt ihr ein Brief von ihrer Mutter in die Hand, in dem klar wird, dass diese mit allen Mitteln verhindern wollte, dass Loreen bei den Kriegern landet und die undurchsichtige Anführerin der Krieger erfährt davon.

Der Anfang hat schon etwas leicht esoterisches. Das jemand eröffnet bekommt, dass er kein Mensch ist und das direkt schluckt, weil er schon immer so ein Gefühl hatte, ohne Faktengrundlage halte ich nicht für normal. Noch besser wird es dann, wenn der jemand (Loreen) es ihrem Freund (Jamie) erzählt und der auch gleich voll drauf einsteigt. Kann doch jeder nachvollziehen, dass man seinen Freunden erzählt, dass man göttliche Essenz in sich trägt und die das direkt akzeptieren, oder?

Aus Erfahrung weiß Loreen bereits, dass die schlimmen Dinge meist plötzlich passieren, ohne Vorwarnung. Aber dabei vergisst man oft, dass manchmal – wie soeben mit Rion – auch die guten Dinge wie aus dem Nichts geschehen.

Loreen ist sehr naiv und steigt vollkommen auf die Göttergeschichte ein, ohne auch nur ansatzweise zu wissen was sie erwartet und auf wen sie sich einlässt. Sie weiß nicht mal wer der Gegner ist und auf welcher Seite sie kämpfen würde und für welche Ziele. Sie will sofort mit ihrem Freund schluss machen, weil der nun keinen Platz mehr in ihrem neuen Leben hat, das sie noch nicht kennt. Dann steht er vor ihr und sie will doch nicht Schluss machen und er fragt Sie ob sie ihn Heiraten will und sie sagt zu. Von Schluss machen zu Heiraten in unter 5 Minuten ist eine stramme Leistung!

»Du wirst mich verlieren oder ich werde dich irgendwann verlieren. Das ist der Lauf des Lebens. Sterben gehört einfach dazu. Deswegen bringt es nichts, wenn du nicht richtig lebst, denn das andere kommt sowieso. Wäre es dann nicht klüger, das Leben, so kurz es auch sein mag, mit all seinen Facetten vollkommen auszukosten?«

Daraufhin lebt sie etwas mehr als 2 Jahre mit Jamie zusammen, der dann an einem Gehirntumor stirbt. Danach begibt sich in die Behandlung von einem Psychiater und der überzeugt sie, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen muss. Daraufhin nimmt sie wieder Kontakt zu den Divinus Kriegern auf, nachdem sie ihre Freizeit nur mit Kampftraining und dem Lernen von altgriechisch verbracht hat.

Die Divinus Krieger leben wie vor Jahrhunderten (warum auch immer) und werden von einem Rat von 5 Personen angeführt, denen man gehorchen muss, wenn man zur Gemeinschaft gehört. Faktisch wird der Rat aber von einer Person angeführt, die quasi ein despotisches Regime führt und nicht nachvollziehbare Entscheidungen trifft. Auch gekämpft wird mit altertümlichen Mitteln.

Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen.

Um ihre „Art“ zu sichern gibt der Rat vor wer sich mit wem zu paaren hat (ein wenig wie Hundezucht – ok, vielleicht sollte man den Ansatz auch mal überdenken). Die besten Gene müssen weitergegeben werden. Dabei werden Beziehungen oder Liebe vollständig ignoriert. Es drängt sich sogar der Verdacht auf, dass bewusst irgendwelche Spielchen getrieben werden um Menschen zu verkuppeln, die nichts füreinander empfinden. Angeblich basieren die Entscheidungen auf Visionen und Eingebungen der Götter (und das die Götter zu der Anführerin des Rates sprechen stellt natürlich auch niemand in Frage). Das er derartige Menschen gibt, die Macht missbrauchen ist nichts Neues. Ärgerlich und unglaubwürdig wird es immer dann, wenn deren Befehle nicht hinterfragt werden, obwohl die ausführenden Personen gebildet sind und sehr viel Lebenserfahrung haben.

Menschen sind so vielschichtig wie das schimmernde Farbspektrum eines Diamanten, das bei jeder Bewegung andere Nuancen preisgibt. »Danke für deine Ehrlichkeit. Du bist gar nicht so übel, wenn man kurz vorm Durchdrehen ist. Das muss man dir lassen«

Als Loreen zurück bei den Kriegern ist, denkt sie sofort wieder daran, dass sie sich zu Slash hingezogen fühlt. Slash und Loreen zicken sich dann längere Zeit an, weil sie sich vor Jahren für Jamie entschieden hat und er mauert, weil er in der Vergangenheit einen Verlust erlitten hat. Es geht quasi durchgehend darum, dass irgendwer sexuelle Anziehung auf jemand anderen ausübt. Das Kriegsthema gerät die erste Buchhälfte in den Hintergrund.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von mehreren Charakteren und mithilfe von Zeitsprüngen erzählt. Es wird zwischendurch immer mal wieder in die Vergangenheit gesprungen. Das macht es streckenweise schwierig die Handlungen oder das Verhalten der Akteure zu verstehen, weil man die Gründe und Ursachen (noch) nicht kennt.

Sie steht komplett nackt vor den beiden Männern und ihr wird klar, warum der andere Typ sie so unverhohlen anstarrt und herablassend grinst. Hastig, und mit heißen Wangen, die wahrscheinlich tomatenrot aussehen, hebt sie die Decke zu ihren Füßen hoch und schlingt sie um ihren Körper. Toller erster Eindruck! Wenn das nicht hilft, um harmlos zu wirken, was dann?, denkt sie grimmig und peinlich berührt.

Beim ersten Buch habe ich ernsthaft überlegt, ob ich abbreche, weil ich weder die Handlungen und Motive der Charaktere nachvollziehen konnte, noch die Geschichte besonders spannend war.

Buch 2: Loreen und Kate werden beschuldigt mit den Titanus paktiert zu haben und so den Angriff auf das Lager der Divinus Krieger ermöglicht zu haben.

Alle Divinus Krieger haben sich aufgrund des Verdachtes, den offenbar jeder als Tatsache hinnimmt von ihr abgewendet, obwohl sie im Kampf diverse Titanus Krieger und andere Kreaturen getötet hat, die Feinde der Divinus waren. Mal wieder folgen die Divinus Krieger blind ihrer Anführerin (ohne dafür einen Grund zu haben). Für Kate bleibt der Verdacht aber offenbar vollkommen folgenlos.

Loreen wird in Neuseeland (mutmaßlich in der nähe der Titanus) ausgesetzt. Aber sind die Titanus wirklich der Feind?

»Du hast um sie getrauert und geweint, den ganzen Weg vom Kolosseum bis in das Lager. Auch in der Nacht waren deine Gedanken bei ihr. Ich habe dich ihren Namen murmeln gehört. Und du wirst sie noch länger betrauern, aber deshalb kannst du nicht aufhören zu leben.«

Das ganze Beschuldingungsszenario entbehrt jeder Logik, weil sie selbst mehrere von den Titanus getötet hat und dabei in Ohnmacht gefallen ist bzw. fast gestorben wäre. Außerdem hat sie dem Bruder von Sky unter Einsatz ihres Lebens gerettet, was sie wohl kaum getan hätte, wenn sie zum Feind gehören würde. Weiterhin hat sie zusätzlich zu ihrer zweiten Fähigkeit eine andere, die eindeutig den Divinus Kriegern zuzuordnen ist. Ihr wird  unterstellt, dass sie zum Feind gehört, weil sie eine bestimmte Form der Magie beherrscht (2. Fähigkeit). Das ist total substanzlos, weil im ganzen ersten Buch kein Grund genannt wird warum überhaupt Krieg zwischen den beiden Parteien herrscht. Im Ursprung waren die Titanus (Kronos und Co) den alten griechischen Göttern zugehörig und die Divinus Kriegern den neuen Göttern (Zeus und Co). Da die Götter aber vereinbart haben, dass sie sich auf der Erde nicht mehr einmischen ergibt der Krieg überhaupt keinen Sinn und wird auch von niemandem hinterfragt.

Wie oft soll ich das noch ertragen, bevor ich zerbreche? Wo steht man im Leben, wenn man auf einen Schlag wieder auf sich alleine gestellt ist? Wer gibt einem Kraft und Halt, wenn die eigenen Beine einen nicht mehr tragen? Was passiert, wenn man Familie und Freunde verliert – verblasst man dann auch selbst und wird zu einem farblosen, leeren Abklatsch seines alten Ichs?

Ganz davon abgesehen wird auch nicht hinterfragt warum die Kreaturen des Tartaros beide seiten angreifen und auch die Argumentation Kate gegenüber (sie sei die einzige, die die Kreaturen des Tartarus beeinflussen kann) ist vollkommen haltlos, weil die Titanus das in der Vergangenheit selbst konnten auch ganz ohne Kate.

Ganz davon abgesehen ist Loreen das beste Beispiel, dass man beide Seiten in sich vereinen kann und der Krieg eh komplett sinnlos ist.

Nach dem verkorksten Start wird das zweite Buch dann aber deutlich besser, weil die Charaktere endlich anfangen nachzudenken und sinnvoll zu handeln und sich auch zunhemend ein Handlungsstrang ergibt.

Fazit:

Und wenn ich dir verrate, was ich weiß und Slash bekommt Wind davon, dann reißt er mir den Kopf ab. Ehrlich, ich mag meinen Kopf dort, wo er ist.«

Die Serie fühlt sich vor allem im ersten Buch an wie Göttergeschichte mit Teenagerdrama mit leichtgläubiger unentschlossener Hauptakteurin und machthungriger, verleiteter Anführerin und Charakteren, die vollkommen ohne jeden eigenen Gedanken naiv einem Anführer folgen (das hat etwas sektenartiges). Die Charaktere benehmen sich vor allem am Anfang wie Kleinkinder, obwohl sie relativ viel Lebenserfahrung haben (weil sie ein deutlich höheres Alter erreichen als Menschen). Sie lieben sich und merken es nicht und reden nicht miteinander und zicken sich lieber gegenseitig an und wenn sie dann doch zueinander finden, dann fuscht der Rat in seiner nicht vorhandenen Weisheit dazwischen.

Nach einem verkorksten Start im zweiten Buch wird es dann aber langsam besser, weil die Handlung vorankommt und sich die Charaktere plausibler verhalten..

Ich bin mit der Buchserie nicht so richtig warm geworden. Zum Glück ist es im zweiten Buch dann besser geworden.

Bewertung:

3/5

Vergleichbare Serien:

  • Ausgehend von dem Götterhintergrund Dämonentochter, mir hat die Dämonentochter Serie aber deutlich besser gefallen

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Zwei Lehrer und ein Schüler fangen neu in einem Kinderheim an und eine Woche später verschwinden alle drei? Sehr unauffällig. Außerdem: Kinderheim und Schule sind doch normalerweise nicht in einem Haus untergebracht, oder?
  • Loreen will telefonisch mir Ihrem Freund Schluss machen, den Sie schon seitdem Kleinkindalter kennt, nachdem sie erfahren hat, dass sie göttliche Essenz in sich hat. Die Entscheidung trifft sie ohne überhaupt zu wissen was sie erwartet, wenn sie den Divinus Kriegern folgt. Das muss ja eine tolle innige Freundschaft gewesen sein, wenn man sie so leicht beendet.
  • Es wird nicht erklärt warum sich die beiden Parteien bekämpfen. Sie handeln im Namen der Götter, die sich aber schon seit Jahrhunderten von der Erde zurückgezogen haben und auch beschlossen haben sich dort nicht ehr einzumischen. Der Kampf ist also komplett sinnfrei. Das ist eigentlich schon im ersten Buch klar, im zweiten Buch wird es dann bestätigt.
  • Die Divinus Krieger leben mit Lederkluft, Pfeil und Bogen, Ackerbau und recht rückständig aber Nagellack und Kaugummi ist ok? Und davon bekommt der Rat nichts mit? Klar, fällt ja auch beides nicht auf. Vor allem wenn beides von der Person benutzt wird, die der der Chefin des Rates die Haushälterin gibt.
  • Loreens Einstellung ist total lächerlich: Sie will zu ihrem Erbe stehen egal was das bedeutet. Da sie Essenz der Götter in sich trägt heißt das, dass sie ohne dies zu hinterfragen in den Krieg zieht, weil die anderen es auch machen und dass sie sich dem willen des Rates beugt, egal was der will.
  • Die Bel Par Politik scheint ja grandios zu funktionieren. Man darf nur Kinder mit jemandem bekommen den der Rat ausgewählt hat, was dann quasi dazu führt, dass fast keiner mehr Kinder hat. Sehr ausgeklügelt vor allem wenn die Population eh schon rückläufig ist.
  • Loreen setzt was auch immer für eine Fähigkeit ein und tötet einen Gegner – verbrennt ihn mit Licht – und die anderen flüchten danach. Wieso wird nach dem Kampf nicht darüber diskutiert? Eigentlich dürfte sie derartige Fähigkeiten nicht haben, weil sie nur eine Fähigkeit haben sollte. Wieso weiß Elderly davon, obwohl sie nicht dabei war?
  • Im ersten Buch gibt ein absolut inszeniertes Drama: Phase 1 – Oh, die große Liebe, ich kann nicht ohne dich, auch was wäre wenn du verletzt wirst – Phase 2: Oh wir dürfen uns nicht lieben, weil die Anführerin es nicht will. Kein Problem, wir machen doch alles was der Rat will… – Phase 3: Oh, jetzt sind wir doch wieder zusammen und alles ist vergeben und vergessen – muss man nichts zu sagen, oder? Mal ennsthaft: Will man mit jemanden zusammen sein, der blind irgendwelchen Anführern hinterher läuft und nicht im Geringsten bereit ist für die Beziehung zu kämpfen, wenn sie von außen bedroht wird?
  • Wenn Loreen angeblich so gefährlich ist, dann ist es vollkomen unlogisch, dass erst Elderly mit ihr zusammen ist und dann zwei Wachen. Mit ihren Fähigkeiten könnte sie beide locker ausschalten, wenn die Annahme über ihre Kräfte stimmt.
  • Wieso kennen die Divinus Krieger einen Spiegel mitten im Wald in Neuseeland? Man muss den Ort vorher schon gesehen haben um dorthin reisen zu können.
  • Vor was hat Loreen im Wald von Neuseeland Angst? Agesehen von Titanus kann ihr dort wenig passieren. Gefährliche Tiere gibt es schlicht keine.
  • Wieso vertraut Loreen darauf, dass die Lebensmittel, die sich bekommt nicht vergiftet sind? Sie weiß nicht welches Spiel Elderly spielt.
  • Wieso stellt niemand in Frage (weder die Titanus noch die Divinus Krieger), warum sie die Kreaturen aus dem Tataros gegen beide Seiten wenden?
  • Die Erklärung mit den Wesen aus dem Tartaros, die vor jedem Angriff der Gegenpartei erscheinen erklärt aber keineswegs wieso die Gegenpartei in dem Moment angreift, in dem auch die Kreaturen auftauchen. Für die eigentliche Kriegssituation machen diese Wesen also eigentlich keinerlei Unterschied, dafür sind die Titanus und Divinus ganz alleine verantwortlich.
  • Dass die Titanus und die Divinus nach Jahrhunderten Krieg plötzlich in ein Lager ziehen und mal eben verdrängen können, dass sie sich gestern noch gegenseitig umgebracht haben, halte ich für sehr unglaubwürdig. Zumal vorher offenbar keiner den Krieg hinterfragt hat. Sie leben jeweils auf der anderen Seite der Welt und somit wäres es überhaupt kein Problem gewesen sich aus dem Weg zu gehen. Warum soll das plötzlich in einem Lager funktonieren, wenn vorher die ganze Welt nicht groß genug war?
  • Die Art und Weise wie die Gefährten an den Kampf mit Uranos herangehen ist sehr blauäugig. Sie haben Räume voller Dokumente mit Informationen und genau eine Person, die den Gott theoretisch besiegen kann, wenn alles gut läuft. Sie wissen aber keineswegs was dafür getan werden muss. Da würde es sich eher anbieten so spät wie möglich zu handeln.
  • Wieso brechen alle für den Kampf auf und wohin überhaupt, wenn dann auf dem Weg nur ein paar Leute zu Uranos nur ein paar Leute sind?! (zumindest liest sich das so – bei dem Angriff des Drachen und beim anschließenden Sturm und Erdbeben nur ein paar Leute erwähnt und danach kommen keine Mehr).
  • Als sie bei den 100 Spiegeln sind, steht im Text: „Hier sind sie laut der Prophezeiung darauf angewiesen einen speziellen Spiegel zu finden, der sie ohne dieses Vorwissen an den richtigen Ort schickt“. Das steht aber nicht in der Prophezeiung
  • Der Bereich im Palast der Götter ist etwas chaotisch geschrieben. Angeblich kann man den Raum mit sehr vielen Spiegeln überblicken aber die Gruppe ist dann so verteilt, dass man den Anfang und das Ende der Gruppe nicht sehen kann, obwohl sie vorher nur ein paar Leute waren, später im finalen Kampf sind dann aber alle anwesend…
  • Loreens Essenz ist angeblich „ausgebrannt“ aber heilen kann sie Slash danach direkt und er lässt es zu, obwohl sich ihre Haarfarbe zu weiß verändert hat und er keine Ahnung hat welche Auswirkungen die Heilung bzw. der Einsatz ihrer Essenz auf sie hat?