Sublevel Serie

Sublevel 1 Zwischen Liebe & Leid - Sandra Hörger  Sublevel 2 Zwischen Reue & Revolte - Sandra Hörger  Sublevel 3 - Zwischen Ehre & Exil

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sandra Hörger

Teile der Serie:

  • Sublevel 1 – Zwischen Liebe und Leid (331 Seiten)
  • Sublevel 2 – Zwischen Reue und Revolte (361 Seiten)
  • Sublevel 3 – Zwischen Ehre und Exil (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Themis steht vor mir. »Heute keine Fehler, Rise!«, warnt sie mich. Schon mal was davon gehört, dass das Gehirn Negationen nicht verarbeiten kann? ›Heute Fehler‹ ist alles, was bei mir hängen bleibt. Ich werde Fehler machen. Ich bin direkt darauf programmiert.

Die Menschen Leben in einer art Kastensystem auf einer Raumstation. Corvin lebt im Toplevel und ist der jüngste Kommandant der Geschichte. Er lebt im Luxus aber unter einem sehr strengen und machtgierigen Vater, dem Präsidenten der Station Lucius.

Rise (der Name in der Buchserie Programm – fand ich etwas sehr offensichtlich) lebt im Sublevel – der untersten Stufe. Sie ist aber Hoffnungsträgerin. Hoffnungsträger dürfen in einem höheren Level in die Schule gehen, wenn die Verwandtschaft das bezahlt. Sobald sie die Schule beendet hat, wird sie sich einen Job suchen und dann alle Versorgen müssen, die heute für sie bezahlen.

Ich habe dennoch keine Gelegenheit durchzuatmen. Bereits der erste Gang – die warme Vorspeise – wird mir zum Verhängnis. Geräucherte Forelle, am Tisch filetiert. Statt eines Augenschmauses liefere ich ein Gemetzel ab, eine Anhäufung von Fischfragmenten, gespickt mit Gräten. Das Filetiermesser zittert in meiner Hand.

Da ihre Familie nicht alleine in der Lage war das nötige Geld aufzutreiben musste sie sich verloben. Zwangsverlobung nennt sich das. Später wird sie ihn zwangsheiraten. Da Rise an Produktivität verliert, wenn sie schwanger wird ist diese Möglichkeit für sie ausgeschlossen. Wenn ihre Unterstützter genügend Geld hätten, wäre sie schon längst sterilisiert worden, um das zu verhindern. Das sie über 20 Leute versorgen muss, ist für Kinder kein Platz in ihrem Leben.

In einem Monat wird es eine Mission geben um die Rückkehr der Bewohner von der Raumstation zur Erde zu ermöglichen. Ein Vorabteam wird einem Schiff losgeschickt, die die erneute Besiedlung vorbereiten soll. Der junge Kommandant der Mission sucht eine Frau die ihn begleitet und nicht nur wegen ihrem Stand und um das politische Spiel zu beeinflussen ausgewählt wurde, sondern auch die notwendigen Fähigkeiten besitzt und zu ihm passt.

»Fair? Es ist verdammt noch mal vieles nicht fair. Es ist nicht fair, dass ihr von Müll lebt, im Dreck, ohne Licht, ohne sauberes Wasser oder richtige Nahrungsmittel. Es ist nicht fair, dass bei euch schon kleine Kinder bis zum Umfallen schuften müssen. Und es ist ganz sicher nicht fair, dass du wie ein Stück Ware verkauft wirst und dass dich ein Mann bespringen wird, der dich anekelt! Fata, Rise! Wenn du zwei Wochen lang mit jemandem zusammen sein kannst, der dir genügend schöne Erinnerungen für ein ganzes beschissenes Leben schenkt, dann ergreif die Chance!«

Rise schwärmt schon lange für Corvin, den sie nur von Bildern bzw. aus dem Fernsehen kennt. Doch er wird für sie immer erreichbar sein oder ist die Suche nach ihrer Begleiterin ihre Chance. Aber was passiert mit allen, die sich auf sie verlassen, wenn sie auf diese Mission geht, kann sie niemanden unterstützen.

Es kommt zu einem Anschlag auf das Schiff, dass für die Mission genutzt werden soll. Gibt es eine Gruppe aus den Subleveln, die sich zum Ziel gemacht hat auf die unhaltbaren Umstände in den unteren Leveln hinzuweisen oder stecken andere Gruppierungen und Motive dahinter?

Das Buch fängt eher deprimierend an und es wird hinreichend veranschaulicht wie hoffnungslos das Leben im Sublevel ist. Rise ist im ersten teil des Buches etwas apathisch. Rise hat die Hoffnung längst aufgegeben – sie erlaubt sich keine Hoffnung, weil sie Angst hat enttäuscht zu werden. Ihr ganzes Leben ist vorherbestimmt, sie muss lediglich funktionieren (zumindest sagt sie sich das in Gedanken immer). Trotzdem malt sie sich in ihren Träumen das Drittel des Buches lang aus wie toll es wohl wäre mit Corvin zusammen zu sein. Danach werden die Ereignisse dann zum Glück spannender.

Mein Verstand klinkt sich aus. Er rast zum Vertikaltransporter, zu dem Essay, der fertig geschrieben werden muss, und zu dem mir vorbestimmten geordneten und geregelten Leben. Leider lässt er bei seiner überstürzten Flucht meinen Körper zurück. Irgendein anderer Teil meines Bewusstseins übernimmt die Steuerung meiner Beine.

Der Anfang fühlt sich an an wie schon mal gelesen. Dystopie im Standardmodus. Die Sprache im Sublevel ist englisch in deutscher Lautschrift auch nicht so richtig kreativ. Und die Geschichte erinnert stark an Aschenputtel mit Herzblatt / Bachelor – wie auch immer die Partnerwahlsendungen alle heißen – vermischt.

Aber ab gut der Hälfte des Buches hat mich die Autorin. Ja, es ist immer noch Aschenputtel (witzigerweise ist in Buch 3 übrigens ein direkter Bezug zu dem Märchen) aber ab der Hälfte des Buches funktioniert es für mich besser besser. Die Szenen zwischen Corvin und Rise sind interessant. Die Fernsehshows bei denen es um die Partnerwahl geht sind es nicht. Am Anfang konnte ich mit Rise nicht viel anfangen aber nach einer Zeit wird klarer wie sie tickt und das Sie sich selbst quasi komplett zurückgenommen hat. Dann macht sie etwas sehr gefährliches, was sie sich bisher verboten hat. Sie lässt Hoffnung in sich aufkeimen.

Am Ende unterscheiden sich Corvin und Rise in einem Punkt nicht. Beide tragen eine große Last der Verantwortung und beide haben nur wenig Chancen dieser Last zu entkommen.

Buch 2:

»Zieh das an.« Das letzte Mal, als jemand diesen Satz zu mir sagte und mir dabei ein schönes Kleid hinwarf, war ich sechs Jahre alt. Es war der Tag, an dem meine Eltern mich an Agris Familie verkauften.

Trotz aller Hindernisse haben Corvin und Rise zueinander gefunden aber hat ihre Beziehung eine Zukunft? Der Präsident (Corvins Vater) ist gegen eine Beziehung die nicht standesgemäß ist und ihm keine politischen Vorteile bringt. Rise kommt aus dem Sublevel. Vollkommen egal welche Leistungen sie vollbringt. In den Augen des Präsidenten ist sie nicht mehr als Dreck. Der Präsident bietet Corvin und Rise einen “Deal” an. Corvin heiratet die ihm zugedachte Partnerin und spielt offiziell den treuen Ehemann. Rise darf ihn auf dem Flug zur Erde begleiten aber treffen dürfen sie sich nur insgeheim.

Fröhlich erzählt sie weiter Baby-Anekdoten, während mein Verstand noch an dem Namen festhängt. Uprise. Der Aufstand. Sie werden ihn Rise abkürzen. Es fühlt sich an, als wäre Ersatz für mich auf die Welt gekommen. Ein guter Gedanke. Befreiend.

Doch vielleicht war dieser Deal der Anfang vom Ende seiner Herrschaft. Der Widerstand wird stärker und stärker und mit seiner Tat hat der Präsident nun auch Rise den nötigen Ansporn geliefert erneut Kontakt zum Widerstand aufzunehmen mit der Art wie er mit seinem eigenen Sohn umgeht und mit allem was er den Leuten im Sublevel angetan hat.

Rise erfährt auch durch den Kontakt zum Widerstand von immer schlimmeren Machenschaften der Regierung und des Militärapparates. Doch das ist ein gefährliches Spiel. Wenn Rise erwischt wird oder einen Fehler begeht, den der Präsident nutzen kann, bedeutet das vielleicht ihren Tod.

Die festliche Gala, mit der die Jungfernfahrt der SPES im Anschluss gefeiert wird, lässt mich die Theorie zeitlicher Relativität neu überdenken. Während die anderen Gäste sich ein paar Stunden lang köstlich amüsieren, scheinen für mich Tage zu vergehen. Erstaunlich, dass das lustlos angebissene Omega-3-Häppchen in meinen Fingern noch nicht angefangen hat zu schimmeln.

Abseits von diesen Problemen wird klar, dass die Station auf der alle Leben nicht mehr im besten Zustand ist und langfristig zerstört werden wird. Die Mission zur Erde ist also dauerhaft die einzige Überlebenschance auch wenn keiner weiß was sie dort erwartet. Irgendwer versucht den Kommandanten der Mission und den Liebhaber von Rise (Corvin) zu töten. Aber warum?

Man soll vorsichtig sein was man sich wünscht. Im ersten Buch passiert im ersten Drittel nicht viel und erst aber der Hälfte wird es zunehmend spannend.

Im zweiten Buch geht es direkt voll zur Sache – im Gegensatz zum ersten Buch greift hier auch nicht mehr die Aussage wie Aschenputtel. Das was in diesem Buch passiert ist nicht vorhersehbar.

Mein mentaler Status wechselt von gefühlt todmüde zu zombiemäßig emotionslos. Ich röchle etwas, das hoffentlich als Abschiedsgruß durchgeht, und schlurfe mit schweren Beinen in meine ›Kabine‹.

Rise verändert sich relativ schnell und deutlich. Seitdem sie sich erlaubt hat Hoffnung zu entwickeln ist sie nicht mehr bereit die unfairen Bedingungen zu akzeptieren. Ich finde den Wechsel von desillusioniert und devot zu aufmüpfig, selbstbewusst und rebellisch etwas schnell. Allerdings hat Rise auch das erste Mal im Leben etwas für das es sich zu kämpfen lohnt.

Neben dem Beschluss sich der Rebellion anzuschließen kommt Rise auch zu dem Schluss, dass sie nicht damit leben kann, wenn Corvin die Ehe mit einer Frau aufgezwungen wird, die er nicht liebt und beschließt etwas dagegen zu unternehmen. Diese Motivation wandelt sich nach den Anschlägen auf Corvin schnell dazu, dass sie die Hintergründe aufklären will.

Für die Liebe gibt es keine Materie. Und ohne Materie gibt es keinen Tod. Wer zu hundert Prozent Liebe ist, bewegt sich frei in Zeit und Raum. Er wandelt zwischen den Dimensionen. Unbegrenzt und frei.

In dem zweiten Buch passiert deutlich mehr als im ersten und ich das zweite Buch deutlich besser. Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint. Faktisch ist die Motivation der Charaktere teilweise aber ziemlich dünn (vor allem die der Terroristen). Es gibt ziemlich große Lücken in der Logik und wenn man die berücksichtigt, dann hätte die Geschichte ab dem Ende des zweiten Buches ganz anders ausgesehen.

Buch 3:

Wenn unsere Prinzipalin die Anstrengung auf sich nimmt, meinen Fahrer und den Handlanger ihres Mannes zu spielen, unterliegt meine Befreiung der höchsten Geheimhaltungsstufe. Oder Lucius gehen allmählich die verlässlichen Henkersknechte aus. Letzteres vermutlich.

Nachdem die Terroristen um Castor einen Anschlag auf Corvin durchgeführt haben und dieser dabei verstümmelt wurde, wurde vom Präsidenten alles so dargestellt, als wenn Rise die Tat begangen hat. Das einzige Raumschiff, dass die Menschheit noch retten konnte, weil die Raumstation auf der alle Leben dem Untergang geweiht ist, wurde auf Geheiß des Präsidenten beschossen, nachdem dieser erfahren hat, dass es von Terroristen gesteuert wird. Das Schiff treibt nun stark beschädigt im All. Das es Überlebende gibt ist unwahrscheinlich. Offiziell wurde das Schiff bei einem terroristischen Anschlag beschädigt.

»Wer dich kennt, Rise, weiß, dass du zu allem fähig bist, wenn du von etwas wirklich überzeugt bist. Wenn dein Wille, deine Überzeugung und deine Leidenschaft Hand in Hand gehen, kannst du Welten aus den Angeln heben, gleichgültig, wie viele atmende Wesen auf diesen Welten leben.« »Ich könnte keine Unschuldigen verletzen.« »Du könntest alles tun, wenn es sein müsste, Laienhart.« Laienhart? Löwenherz?

Rise wurde anders als in den Medien dargestellt nicht hingerichtet. Stattdessen wird an ihr ein medizinischer Eingriff vorgenommen, durch den es möglich wird ihre Gedanken zu überwachen. Angeblich lässt man sie am leben, weil man nicht weiß in welchem Zustand Corvin wieder aufwacht und ob man ihre Hilfe benötigt. Nach einigen Tagen oder Wochen, in denen sie allein in einer Zelle festgehalten wird, erfolgt ihre Verbannung in den untersten Sublevel. Dorthin wo Schwerverbrecher landen. Rise ist ganz unten, sogar noch weiter unten als im Sublevel, den sie bisher kannte. Tiefer geht es nicht mehr.

Ein Arzt rettet sie und entfernt das Implantat aber was nützt das? Es zeigt sich recht schnell, dass der Arzt es nur für Geld getan hat. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Lebt Corvin noch und wird sie Kontakt zu ihm aufnehmen können? Und selbst wenn Corvin noch lebt – was wird das nützen. Sie ist eine offiziell hingerichtete Schwerverbrecherin. Offiziell existiert sie nicht mehr. Sie kann den Aufzug zwischen den Ebenen nicht benutzen und hat auch sonst kaum noch Möglichkeiten.

»Die Schicksalsgöttinnen sind ein Haufen zahnloser alter Weiber, die aus unseren Lebensfäden Socken und Topflappen stricken! Setz dich ruhig brav zu ihnen und halte ihnen die Wollknäuel. Ich suche meinen eigenen Weg.«

Der Präsident ist nach wie vor im Amt und spinnt seine Intrigen und es es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Station auseinanderfällt.

Oder besteht doch noch Hoffnung?

Ich finde das verhalten von Rise und auch von Corvin in diesem Buch anfangs nicht ganz nachvollziehbar. Der Dramatik dient es (ich will jetzt nicht zu viel Verraten aber die große Liebe steht sehr in Frage). Gut ok, zugegeben für beide sind die Bedingungen alles andere als gut. Das Corvin seinem Vater irgendwas glaubt, nachdem was er vorher getan hat, ist sehr unwahrscheinlich (das Geständnis ist vollkommen wertlos, das weiß er selbst). Aber da sich die Ereignisse über Monate hinziehen und man speziell von Corvin nur sehr wenig erfährt, kann man sich auch nicht wirklich in die Situation versetzen.

Gegen die Explosion in meinem Inneren ist das, was Sean und ich teilen, nur ein virtuelles Tischfeuerwerk. Eine Wunderkerze, umspielt von leiser Musik, verglichen mit der intergalaktischen Pyroshow eines epochalen Live-Rockkonzerts. Mit wummernden Bässen im Magen habe ich das Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu können.

Rise mittlerweile sehr selbstbewusst, mutig und taff (oder tough) geworden und sie hat eine Menge erlebt. Sie und auch die anderen Charakter müssen teilweise harte und einschneidende Entscheidungen treffen. Das Gefühlspektrum wird in diesem Buch vollständig bedient.

In diesem Buch passiert eine Menge und es ist sehr spannend, allerdings anfangs ganz anders als ich erwartet habe.

In dem Buch ist er einem Autor (bzw. in dem Fall Autorin) zum ersten Mal gelungen mich davon zu überzeugen, dass man mehrere Personen gleichzeitig lieben kann, ohne das es wie Verrat und Unentschlossenheit wirkt. Der Letzte Teil mag hier und da etwas kitschig sei aber ich steh vermutlich darauf. Das ist für mich eine glatte 5 Sterne Bewertung.

Fazit:

Eine Welt ohne mich ist eine Welt ohne Farben, ohne Geräusche und ohne Geschmack. Eine Welt ohne Sinne, die keinen Sinn macht. Ich bin sprachlos. Niemals hätte ich gedacht, dass die poetischste Liebeserklärung, die ich je erhalten habe, nicht von einem meiner eloquenten, studierten Freunde, sondern von meinem Ex – einem ehemals nach Fisch und Ziege stinkenden Müllsortierer – kommen würde.

Das ist eine Serie, die es einem am Anfang nicht ganz einfach macht. Das erste Buch ist im ersten Drittel relativ langweilig. Rise hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und schwärmt insgeheim für Corvin (das nervt nach einer Zeit etwas). Ab der ersten Hälfte des Buches wird es spannender, auch wenn Geschichte zwischen Corvin und Rise anfangs stark an Aschenputtel erinnert.

Im zweiten Buch nimmt die Handlung richtig Fahrt auf aber die Motivation der Handlungen von den Terroristen ist äußerst dünn. Faktisch schaden sie sich selbst und der verbliebenen Menschheit nur und das, obwohl sie viel bessere Handlungsoptionen gehabt hätten. Das was sie tun ist vollkommen hirnlos. Da darauf wesentliche Teile der Handlung basieren, ist das nicht von Vorteil. Das zweite Buch ist aber abseits der schwachen Logik bei den Handlungen der Terroristen durchweg spanend und liest sich gut. Zugegeben, in der Realität ist das Handeln von Terroristen ja auch nicht immer gerade logisch.

Für Idiotien wie diese liebe ich ihn. Er sieht uns als Menschen, als denkende Wesen mit eigenen Rechten und einer achtbaren Eigenentwicklung. Das tun die anderen Oberlevler nicht. Sie wären nie auf den irrigen Gedanken gekommen, unser Slang könnte für eine Programmierung genutzt werden. Wenn der Stall voller Schafe ist, schreibt der Viehzüchter trotzdem nicht Mäh! auf die Tür. Genervt hackt Corvin die lateinische Version des Öffnungsbefehls in die virtuelle Tastatur. APERIARIS.

Im dritten Buch werden neue Charaktere eingeführt sie haben schwere Entscheidungen zu treffen. Die Distanz zwischen Corvin und Rise scheint nicht überbrückbar zu sein. Nach allem was passiert ist, haben alle Betroffenen große seelische Verletzungen.

Sowohl im zweiten als auch im dritten Buch durchlebt man als Leser eine Achterbahn der Emotionen. Die Bücher steigern sich von von Buch zu Buch.

Das Ende ist – wie es bei Dystopie oft der Fall ist – nicht durchweg gut. Die Chancen stehen schlecht, und die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die folgenden Jahre überlebt ist gering (so lässt es sich kurz zusammenfassen ohne zu viel zu verraten). Aber es gibt noch etwas Hoffnung, die sich im doppelten Sinne, durch die ganze Serie zieht. Und das Ende ist im Vergleich zu manch anderen Dystopien noch relativ gut.

Insgesamt eine wirklich lesenswerte Serie mit einem grandiosen letzten Teil.

Bewertung:

Aufgrund der aus meiner Sicht stark steigenden Qualität der Bücher vergebe ich hier Einzelnoten zusätzlich zur Seriennote (Buch 1: 3,5/5, Buch 2: 4/5, Buch 3: 5/5). Die Serie ist ziemlich scharf an der nächsthöheren Einstufung vorbeigeschrammt.

4/5

Vergleichbare Serien:

Bezüglich der Liebesgeschichte einige zum Beispiel die LuxBiss oder Nebelsphäre Kiel Reihe, bezüglich des Settings in Kombination mit der Liebesgeschichte am ehesten Die Tribute von Panem

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine derart zentral gesteuerte Gesellschaft würde sich kaum so viel Kritik im Fernsehen erlauben. Vor allem nicht wenn es einen Herrscher gibt, der so viel Macht hat. D.h. ein kritischer Moderator wäre nie in diese Position gekommen und würde dort auch nicht belassen, wenn er sich kritisch äußert.
  • Ist ja gut und schön, dass vor dem Apartment von Rise „Sicherheitspersonal“ postiert wird, damit die Reporter nicht zu ihr gelangen. Das bringt aber wenig, wenn jeder weiß wo sie arbeitet, wann sie anfängt und welchen weg sie dorthin nehmen muss.
  • Warum muss die Verlobte die sexuellen Erwartungen des Zwangspartners erfüllen?! Das mag ja für die Geschichte Sinn ergeben, um das ganze noch abstoßender zu machen aber wenn es lediglich darum geht, dass mehr Leute für die Ausbildung zahlen, damit die Schulbildung eines Hoffnungsträgers erfüllt wird, ist der sexuelle Zwang total überflüssig. Im Gegenteil können ja auch dabei Krankheiten übertragen werden. Kinder können ja eh keine erzeugt werden, wenn die Hoffnungsträger zwangsweise sterilisiert werden. Zumal die Hoffnungsträger doch eh im oberen Level arbeiten. Insofern dürften sich die Hoffnungsträger und die Zwangsvermählten eh nicht mehr sehen, wenn die Schule beendet ist. Zumindest so lange nicht bis sie so viel Geld erwirtschaftet haben, dass der Aufstieg möglich wird.
  • Wo und wie werden die Hoffnungsträger denn Konditioniert, wenn sie unterricht mit den anderen Schülern zusammen haben? Oder muss man das als indirekte Konditionierung per Lebensumstand verstehen?
  • Die Schriftzeichen in der SPES (Schiff chinesicher Herkunft) sind doch keinerlei Beweis dafür, dass der Angriff andersrum verlaufen ist. Das beweist lediglich, dass die SPES nicht von SPHAERA erbaut, sondern übernommen wurde. Auch der weitere Verlauf den Rise herleitet ist nur eine Annahme. Zugegeben eine plausible aber Beweise hat sie weiterhin keine.

Eine große Lücke hat der Tathergang übrigens: Die Brückencrew auf der TIANLONG hätte alle Zeit der Welt gehabt einen Notruf bzw. eine Warnung zur ASIA zu senden. Ob diese sich hätte verteidigen können ist natürlich eine andere Frage. Aber da die ASIA angeblich technisch überlegen war, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest vorhanden-

  • Die Aussage „wir töten nur im Notfall“ von Castor ist lächerlich. Er ist ein typischer Terrorist und keinen Deut besser als die Leute die er bekämpft. Er nimmt billigend den Tod von Rise und Corvin in kauf ohne sie überhaupt gefragt zu haben, ob sie sich seiner Sache anschließen. Vorher sind die dieses Risiko aber offenbar mehrfach eingegangen, sonst hätten sie nie genug Leute zusamen bekommen. Dazu kommt noch, dass über Rise sogar der optimale Zugang zu Corvin besteht. Selbst wenn er sich nicht überzeugen ließe, dann könnten sie ihn mit Rise erpressen, was viel sinnvoller ist als ihn zu verletzen oder umzubringen.

Somit ist es vollkommen egal, ob Castor selbst den Abzug betätigt oder die Tötung weiter delegiert. Im Falle von Rise nimmt er es ja sogar selbst in die Hand.

Davon mal abgesehen: Ist es besser jemanden zum Krüppel zu machen als ihn umzubringen? In meinen Augen nicht. Da braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben.

  • Wieso soll es aus politischer Sicht einen so großen Unterschied machen wo die SPES landet? Wichtig ist eher wo die Schiffe sind mit denen man zur Station zurückkehren kann, falls man weitere Überlebende retten will (offenbar sind die Stationen selbst nicht in der Lage zur Erde zurückzukehren). Somit ist die Argumentation mit dem Austausch der Besatzung wenig sinnvoll. Das bringt nichts. Es hätte viel mehr gebracht die Regierung der SPHAERA zu stürzen. Wer auf dem Schiff ist das zur Erde fliegt und wo es landet ist für die Gesamtsituation somit vollkommen unerheblich. Zumal vorher auch schon die Argumentation benutzt wird, dass die SPHAERA eh nicht lange genug halten wird, um zur Erde und zurück zu fliegen (mal hypothetisch davon ausgehend, dass die auf der Erde vorhandenen Schiffe überhaupt noch flugfähig sind – was wohl auch nicht sehr wahrscheinlich ist). Somit gefährdet die ganze Sabotageaktion im nur die Chance, dass überhaupt irgendjemand überlebt, weil man eh nicht davon ausgehen kann, dass von er Erde ausgehend eine Rettungsmission gestartet wird. Mal ganz von den offensichtlichen Problemen abgesehen, dass die Erde noch immer verseucht sein kann von chemischen Kampfstoffen und das evtl. noch vorhandene Lebewesen auf der Erde evtl. feindlich agieren.

Wie sich dann später zeigt haben die Leute um Castor sich sogar selbst sabotiert, weil Rise überlebt hat und ihre Enttarnung zu ihrem eigenen Abschuss geführt hat.

  • Selbst aus Sicht des Präsidenten ergibt es wenig Sinn auf die SPES zu feuern. Was hat er denn zu verlieren? Ohne die SPES ist die Chance in etwas gleich 0 zur Erde zu kommen.
  • Castor benutzt den Porko im Namen von Rise mit der ID von Corvin. In Anbetracht dessen, dass der Porko sogar direkt an das Gehirn verbunden ist, wäre das wohl kaum möglich.
  • Das Corvin seinem Vater glaubt, ob mit Geständnis oder ohne ist nicht nachvollziehbar. Er weiß genau, dass er nur Lügen von seinem Vater hört und er jedes Mittel hat um Rise zu Geständnissen zu bringen.
  • Die Rettungsaktion verstehe ich nicht so ganz: Der Präsident lässt Rise ein Gerät einsetzen um ihre Gedanken zu überwachen (das macht zur Überwachung in einer Gefängniszelle wenig Sinn und nur dort befindet sie sich). Dann wird sie von einem Mitglied der Regierung abgeholt und auf den Sublevel gebracht und soll dort von irgendwem abgeholt werden. Wozu? Sollte sie dort getötet werden? Falls ja, macht das Gerät zur Gedankenüberwachung wenig Sinn.
  • Das Rise sich direkt auf ihren „Retter“ einlässt (der sie allerdings nur des Geldes wegen gerettet hat), obwohl sie Corvin angeblich liebt finde ich seltsam. Gut zugegeben, die Chancen stehen sehr schlecht, dass sie Corvin je wieder sieht. Dann bestätigt sich ihr Eindruck, nachdem sie Corvin getroffen hat und sie lässt sich auf Sean ein.

Corvin macht im Prinzip das gleiche aber er kann zumindest davon ausgehen, dass Rise tot ist (wobei sich schon die Frage stellt, warum ein Raumanzug verschwendet wurde, wenn wirklich Rise in dem Anzug war)

  • Woher hat Rise ein Kleid, als sie als „Matratzenvertretung“ einspringt?
  • Die Beschreibung in Buch 3 ist nicht ganz nachvollziehbar: In der Biosphäre ist ein See mit einer Insel in der Mitte. Auf dieser Insel befindet sich Rise. Um den See befindet sich ein Wald. Danach heißt es auf der anderen Seite des Sees ist der Bunker. Wie kommt Rise dahin? Andere Seite impliziert für mich nicht auf der Mittelinsel. Das passt auch zur Beschreibung im ersten oder zweiten Buch, nachdem Corvin mit einem Gleiter über den See fliegt um zum Bunker zu kommen. Schwimmen kann Rise nicht. Von einem Boot ist nicht die Rede.
  • Die Argumentation gegenüber dem Senat warum die Sublevelschläusen geöffnet werden sollten um die Bevölkerung los zu werden hinkt gewaltig, Dabei würden immense Mengen von Sauerstoff ins all geschleudert und sehr viele Ressource in Form von Menschen verschwendet (da die normalerweise verbrannt werden, fehlen sie dafür). Da ist die Argumentation einer aufkeimenden Revolution viel stärker.
  • Das Corvin die Verantwortung allein übernimmt ist totaler quatisch. Für eine Revolution hat nie eine Person die Verantwortung. Davon ganz abgesehen – wenn er nichts getan hätte – hätte er sich am Massenmord mitschuldig gemacht.

Nach einem Putsch kann man wohl kaum innerhalb von 24 Stunden mehrere Gerichtsverfahren sinnvoll durchführen, wenn wirklich ein Rechtssystem angestrebt wird, das den Namen verdient.

Jemanden aufgrund einer Wahrscheinlichkeit per Strafrecht zu verurteilen ist nicht akzeptabel. Militärisch wäre das als Kommandant sicher sein Ende, bei einer 11% Wahrscheinlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass er später 90% Erfolgsquote hatte kann ich aber nicht nachvollziehen, dass er nicht trotzdem Kommandant der SPES sein sollte.

Es ist meiner Meinung nach eine äußerst zweifelhafte Vorgehensweise und Rechtsauffassung jemanden gleich in der Todeszelle festzusetzen, bevor er überhaupt eine Verhandlung hat. Bevor man über Corvins Taten überhaupt richten kann, hätte man wohl genug zu tun das aufzuarbeiten was der Präsident über Jahre angerichtet hat. Stattdessen wird der ex Präsident ohne Aufbereitung seiner Taten mal eben per Kriegsgericht zum Tode verurteilt – super Leistung!

Ein Showprozess spricht nicht unbedingt für das Rechtssystem. Derartiges steht immer unter dem Stern politischer Beeinflussung.

Die ganze Art der Abwicklung erinnert sehr an die Vorgängerregierung.

  • Vor dem Aspekt der ansteckenden Krankheiten gegen die nur die obersten Level geimpft sind, wäre es mit Sicherheit keine gute Idee den Vertikaltransporter kurzfristig freizugeben. Das hätte man so schnell nicht machen können ohne totales Chaos und Plünderungen zu provozieren.
  • Wieso soll ein Mediziner plötzlich die Fähigkeit haben ein Raumschiff zu kommandieren (Sean soll statt Corvin Kommandant werden)?!
  • Was sollen Lokalregierungen bringen? Es gibt eine Station auf der alle leben. Spätestens mit Freigabe des VT würde eine totale Vermischung enstehen.

Götterfunke Serie

Götterfunke 1 Liebe mich nicht - Marah Woolf  Götterfunke 2 Hasse mich nicht - Marah Woolf  Gltterfunke 3Verlasse mich nicht - Marah Woolf 

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Marah Woolf

Teile der Serie:

  • Götterfunke 1 – Liebe mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 2 – Hasse mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 3 – Verlasse mich nicht (464 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

»Es tut mir leid«, flüsterte er, bevor er meinen Körper sanft auf seinen Schoß hob. Selbst der körperlose Teil von mir fühlte den Schmerz, der meine Glieder erfasste. Er raste durch jede einzelne Zelle. Mein Kopf kippte nach hinten und vorsichtig bettete er ihn an seine Schulter. So verrückt das klang, aber ich war neidisch auf meinen Körper.

Das nenne ich mal einen interessanten Serieneinstieg. Die Hauptakteurin wird direkt mit ihrem eigenen Tod konfrontiert. Zack! So schnell kann es zu Ende sein. Vielleicht sollte ich sollte besser sagen ihren fast Tod aber viel hat nicht gefehlt! Aber das war nur ein Traum, oder doch nicht? Und wer war der heiße Typ, der sich so für sie eingesetzt hat?

Jessica ist zum letzten gemeinsamen Sommercamp mit ihren Freunden gefahren. Im nächsten Jahr machen sie ihren Abschluss und dann geht’s zum Studium. Jessica kümmert sich um ihre kleine Schwester, seitdem ihr Vater vor 2 Jahren abgehauen ist und ihre Mutter kaum noch was auf die Reihe bekommt. Dementsprechend wird sie in Kalifornien bleiben, während ihre Freunde an andere Unis gehen werden.

»Du hast dich mit den hübschesten Mädchen der Weltgeschichte amüsiert. Ich war tatsächlich ab und zu neidisch auf dich.« Warum hatte man nie einen Baseballschläger zur Hand, wenn man ihn brauchte? Diese Kerle waren unmöglich.

Neben den Schülern sind offenbar auch Götter im Sommercamp anwesend. Was für ein perfides Spiel treiben die Götter? Offenbar will Prometheus menschlich werden und muss es dafür schaffen, dass eine Frau die er mit allen mitteln umwirbt ihn ablehnt. Scheinbar gibt es zusätzlich eine Intrige, die zum Ziel hat Zeus zu stürzen.

Zwischen Cayden (Prometheus) und Jess gibt es direkt eine gewisse Vertrautheit und Spannung. Jess ist sich sicher, dass er der Typ ist, der im Traum dafür gesorgt hat, dass sie überlebt hat aber wie kann er in ihren Träumen auftauchen, wenn sie ihn noch nie zuvor gesehen hat? Jess verstrickt sich bei diesem Spiel unfreiwillig zunehmend in die Intrigen und Machenschaften der Götter.

Außerdem schien Väter vom Thron zu stürzen ein beliebtes Hobby unter den Göttern zu sein. Sie sollten sich mal lieber eine anständige Beschäftigung suchen.

Die Kapitel wechseln durchgängig zwischen der Göttersicht (genauer gesagt aus der Sicht von Hermes – der ist so etwas wie der rasende Reporter der Götterwelt) und der Menschensicht. Wobei die Sicht von Hermes immer sehr kurz gehalten ist. Das sorgt dafür, dass die Götter etwas geheimnisvoller wirken. Cayden ist anfangs schwer einzuschätzen. Als Leser weiß man zwar mehr als Jess, weil man den Hintergrund seiner Anwesenheit kennt aber richtig einschätzen kann man ihn trotzdem nicht. Er will Jess beschützen, fühlt sich aber auch zu ihr hingezogen und kann nicht von ihr lassen. Aber ist auch ein Gott und verhält sich somit immer etwas arrogant und bestimmend.

»Schicksal ist das, was wir aus unserem Leben machen.«

Der Schreibstil ist toll, locker und fühlt sich natürlich an. Die Dialoge sind witzig und da Cayden immer recht geheimnisvoll wirkt, liest sich die Geschichte sehr gut.

Das Buch einerseits klassisch das was man bei einem Sommercamp von jungen Erwachsenen erwartet. Andererseits ist es gut vermischt mit der Göttergeschichte und liest sich sehr interessant, obwohl anfangs nichts Bahnbrechendes passiert.

»Geh zum Teufel«, wies ich ihn ab. Es fühlte sich gut an, ihm einen Korb zu geben und ihm dabei ins Gesicht zu sehen. »Oder zu July.«

Ich mag die neckischen Sprüche und Gedanken von Jess und ihren leicht trockenen Humor. Die Götter sind in dieser Serie recht menschlich dargestellt, obwohl man aufgrund der diversen Geschichten aus der Vergangenheit merkt, dass sie nicht ungefährlich sind. Die ganze Situation ist irgendwie bizarr aber interessant. Desto mehr Geschichten über die Götter man im laufe der Handlung erfährt, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Götter alle nicht ganz „dicht“ sind.

Ich sollte mir von Josh eine Scheibe abschneiden. Er amüsierte sich einfach nur, ohne sich zu viel von einer Beziehung zu versprechen. Sein Herz brach in einer Million Jahren nicht und genauso sollte ich das auch handhaben. Sich verlieben war doch Mist. Wie das ganze Konzept der Liebe Mist war. Einer zog immer den Kürzeren. Ein Partner liebte immer mehr als der andere.

Die Gedanken von Jess „was übersetzt hieß“ sind oft auch witzig. Liebe Mädels – schenkt uns Jungs doch bitte ein Wörterbuch, sonst verstehen wir Aussagen wie – »Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben. – nicht.

Ich finde auch die Art von Jess toll – sie ist nicht der typisch naive Hauptcharakter, sondern sie fragt den Göttern Löcher in den Bauch und ihre Fragen sind gut. Lediglich ihrer „Freundin“ (Robyn) gegenüber ist sie zu loyal und gutmütig, da Robyn Jess nicht gleichwertig behandelt, sondern eher wie eine Angestellte oder sogar fast wie eine Dienerin (in Kalchas Worten: „eifersüchtiges blondes Biest“ und das ist schon eine Untertreibung).

Kalchas ist ein toller Charakter, der die Geschichte erdet, obwohl er auch zu der Götterwelt gehört.

Buch 2:

Das vertraute Neonlicht über uns flackerte an der hohen Decke, und aufgeregtes Summen lag in der Luft, wie jedes Jahr am ersten Schultag. In wenigen Wochen würde die Euphorie in Lethargie umschlagen, die meist bis zum Ende des Schuljahres anhielt.

Das Sommercamp ist zu Ende und Cayden hat Jess abgewiesen. Sie weiß nichts von der Aufgabe, die Cayden bzw. Prometheus von Zeus gestellt wurde, bei der es das Ziel ist ein Mädchen 60 Tage zu umwerben und falls sie ihn trotz seines ehrlichen Versuches abweist, bekommt er als Belohnung die Sterblichkeit, die er anstrebt. Mit Robyn, ihrer „besten“ Freundin, ist Jess nun zerstritten, weil Robyn mit Cayden geschlafen hat. Robyn hat ihn also nicht abgewiesen. Robyn präsentiert sich als das Biest, dass sie immer war. In der Vergangenheit hat Jess das ignoriert, ohne dass es ihr wirklich bewusst war. Da sie Robyn nun aber zum ersten mal widersetzt hat, zieht diese nun alle Register um Jess zu schaden. Prometheus bekommt seinen zweiten Versuch und die Aufgabe Jess zu erobern, nachdem er ihr bereits das Herz gebrochen hat.

Er versuchte sich zweimal selbst daran, ein Marshmallow zu rösten, aber nachdem der erste ins Feuer gefallen und der zweite verbrannt war, gab er es auf. Ich kicherte. »Das können nur echte amerikanische Mädchen«, klärte ich ihn auf. »Die Fähigkeit ist angeboren.«

Ihre Mutter war einige Tage trocken und nun ist sie wieder der Alkoholsucht verfallen. Jess sollte eigentlich einfach Teenager sein dürfen und stattdessen muss sie sich um ihre kleine Schwester und ihre Mutter kümmern. Ihr Vater hat ihre Mutter vor Jahren verlassen, was ihre Mutter nie verwunden hat.

Was sich anhört wie eine typische Teenagergeschichte (wenn man das Alkoholsuchtthema mal ignoriert) ist insofern besonders, als dass Götter in der Menschenwelt auftauchen und ihre perfiden Spielchen treiben. Jess ist besonders, weil sie im Gegensatz zu anderen Menschen die Welt der Götter sieht und sich an die Begegnungen mit ihnen erinnern kann. Andere Menschen haben diese Fähigkeit nicht.

»Ich hasse ihn«, erklärte ich dem wildfremden Mann, der daraufhin gutmütig lachte. »Das sagt meine Frau auch immer, gehört irgendwie dazu, Kleine. Er beruhigt sich schon wieder. Das ist nur die Angst, die bringt uns Männer manchmal um den Verstand. Sei ein bisschen nachsichtig mit ihm.«

Wie sich zeigt sind die Götter genau so idiotisch, wie man sie aus früheren Geschichten kennt, nachdem Cayden Jess bereits das Herz gebrochen hat, wird sie nun als Ziel seines Eroberungsversuches auserkoren. Das zum Thema „wir beschützen dich oder wie hatte Zeus das noch formuliert? Auch wenn man im ersten Buch teilweise den Eindruck gewinnen könnte, als würden die Götter sich Jess gegenüber freundschaftlich verhalten, ziehen sie ihr perfides Spiel weiter durch und ist „Schutz“ den sie Jess gewähren vielleicht blanker Eigennutz? Der Schutz vor Liebeskummer ist auf jeden Fall nicht inbegriffen. Jess kommt der Sache aber auf die Schliche.

Aber ich wollte den alten Zeiten nicht nachtrauern. Wenn ich eins gelernt hatte, dann, dass jedes Zeitalter seine Vorzüge besaß. In diesem war es nicht die Getränkeauswahl, aber ich würde schon noch dahinterkommen, welche es waren.

Auch in diesem Buch mag ich Jess wieder. Zumindest im ersten Buch war sie nicht naiv wie die Akteure in anderen Büchern, aber hier hat sie mehrere Aussetzer. Aber was ihre Gefühle angeht ist es menschlich darüber nicht immer die Kontrolle zu haben auch wenn ihr die Vernunft etwas anderes rät. Das ist nachvollziehbar. Sie hat das Herz am rechten Fleck und wahrscheinlich ist das genau das Problem. Bei den Göttern stimmt diesbezüglich so einiges nicht. Lediglich, dass sie bei Mateo nicht misstrauisch wird, spricht nicht unbedingt für sie. Aber da den anderen Götter an ihm auch nichts auffällt, sollte man meinen, dass er „normal“ ist.

Mit gerade mal einem Meter fünfundsechzig kam man eben nur durchs Leben, wenn man drängelte und boxte.

Cayden wirkt im zweiten Buch allerdings nicht mehr stimmig. Nachdem er Jess mehrfach das Leben gerettet hat und ständig versucht Jess zu beschützen, geht er ein lebensbedrohliches Risiko für sie ein. Das passt absolut nicht zusammen und es wird in der ganzen Buchserie nicht erklärt warum er das gemacht hat.

Leider geht das zweite Buch etwas in typisches Teenagergezicke unter. Das fand ich weniger unterhaltsam als den ersten Teil. Auch die Geschichte ist hier deutlich löchriger und nicht so stimmig wie im ersten Teil.

Buch 3:

Hatte er gerade auch über mein Schicksal bestimmt? Ein Wörtchen wollte ich da schon noch mitreden. Sobald ich wieder in meinem Körper war, konnte er was erleben. Diese Männer machten mich wahnsinnig.

Jess hat im zweiten Band von der „Wette“ der Götter erfahren, bei der es darum geht, dass Cayden menschlich wird, wenn im eine Frau trotz seines ehrlichen Versuches sie zu gewinnen, widerstehen kann. Dafür hat er alle 100 Jahre drei Versuche und dabei hat er schon sehr vielen Frauen das Herz gebrochen. Jess ist im aktuellen Jahrhundert der 2. Versuch und da sie ihn aufgrund ihrer Wut ablehnt, wird er wirklich menschlich und somit sterblich. Zusätzlich hat Jess durch das Tattoo das sie fast getötet hätte (zu dem Sie die Götter um Zeus mehr oder weniger genötigt haben) nun die Fähigkeit erlangt Sichtbares von anderen Göttern zu verbergen. Aufgrund dieser Fähigkeit wurde sie in Band 2 von Agrios dazu gezwungen ihn und seine Kumpanen in den Olymp zu führen um Zeus zu stürzen. Da Cayden nun menschlich ist, wird er bei dem darauffolgenden Kampf der Götter schwer verletzt.

Für die Götter war ich nicht mehr als ein blödes Sandkorn. Und davon gab es Milliarden. Aber ich hatte mir ja einbilden müssen, dass ihnen etwas an mir lag. Wieso fiel ich immer wieder auf sie herein? Die Antwort war denkbar einfach. Weil sie scheißbeschissene Götter waren und höchstwahrscheinlich meine Gefühle manipulieren konnten. Cayden brauchte mich ja bloß mit seinen funkelnden Augen anzuschauen und schon schmolz ich dahin. Ich war ein hoffnungsloser Fall. Am besten, ich ließ ihn im Krankenhaus versauern.

Da es Jess gelingt eine Insignie der Macht zu verstecken, kommt es zu einer Pattsituation. Wie üblich ist sie der Spielball der Götter. Jess vertraut Cayden nicht mehr und da er nun menschlich ist, meint sie, dass er ihr eh keine Hilfe mehr ist. Obwohl sie noch Gefühle für ihn hat, weigert sie sich hartnäckig ihn nach den Gründen für sein Handeln zu fragen und auch er verhält sich ziemlich bockig.

Zu allem Überfluss scheint es in Zeus Reihen auch noch einen Verräter zu geben. Wie soll sie aus sie sich verhalten? Welchen Göttern kann sie noch vertrauen (sofern sie das überhaupt jemals konnte)?

Die Putschisten bedrohen nicht nur Jess, sondern die gesamte Menschheit. Die Götter um Zeus waren zwar nicht gerade zimperlich aber dagegen noch relativ harmlos.

Die Verweigerungshaltung von Jess wirkt in diesem Teil schon etwas arg übertrieben. Im ersten Buch verzeiht sie quasi alles und versucht dies selbst im zweiten Buch bei Robyn noch ständig, obwohl Robyn schon lange ihre wahres Gesicht gezeigt hat und längst klar ist, dass sie die Freundschaft von Jess verdient.

»Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben.

Es ist offensichtlich, dass Jess noch etwas für Cayden empfindet aber ein vernünftiges Gespräch bekommen die beiden nicht zusammen. Jess hat ständig Angst davor ihm wieder zu verfallen und versucht sich ständig einzureden, dass sie nicht mehr für ihn empfindet. Sie flüchtet quasi die meiste Zeit vor ihm.

Weiterhin hat sie Angst um ihre Familie, das hindert sie aber nicht daran, dass sie die Götter noch wütender macht, die sie bedrohen. Um es mal vorsichtig zu formulieren finde ich es relativ unvernünftig, wenn die Familie Morddrohungen bekommt genau das zu machen was man eigentlich lassen soll und dann auch noch so, dass die Spur leicht zurück verfolgen lässt.

»Ich kann dir nicht geben, was du brauchst«, erklärte er langsam. Sein Blick ruhte auf mir. »Ich würde dir nur wehtun.« »Würdest du nicht«, widersprach ich, obwohl ich wusste, dass er recht hatte. Liebe tat meistens weh.

Die Liebesgeschichte kommt im dritten Band zu großen Teilen kaum noch zum tragen. Das war zwar im zweiten Buch schon deutlich weniger der Fall als im ersten Buch aber hier herrscht quasi totale Funkstille in der ersten Buchhälfte. Dafür ist der Abenteueranteil deutlich höher, wenn auch nicht alle Aktionen Sinn ergeben und teilweise schon äußerst Lebensmüde wirken, vor allem wenn man bedenkt, dass teilweise durch diese Aktionen nicht nur das eigene Leben in Gefahr gebracht wird.

Die vorhandenen Charaktere sind hier relativ festgefahren in ihren Haltungen und ihrem Verhalten. Es kommen allerdings noch ein paar neue dazu, die ganz interessant sind. Die Erklärungsansätze für Caydens Verhalten finde ich vollkommen unzureichend. Warum Cayden das Tattoo was Jess fast umgebracht hätte für eine „gute Idee“ gehalten hat wird überhaupt nicht erklärt.

»Eine Coke.« »Light?« »Sehe ich aus, als wollte ich mich vergiften?«

Die Götter führen sich bis zum Ende wie Idioten auf und bestimmen über das Leben von anderen Menschen und Göttern ohne diese in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Ich hätte keinem von denen verziehen, wenn ich an Jess Stelle gewesen wäre.

Fazit:

Warum gab es eigentlich kein Medikament gegen Liebeskummer? War schließlich eine Volkskrankheit.

Die Serie macht es mir echt nicht einfach. Das erste Buch fand ich toll. Das lag unter anderem am ungewöhnlichen Einstieg und auch an dem Szenario. Die Götter werden hier nicht so unnahbar dargestellt wie in anderen Buchserien. Im Prinzip sind sie auch nicht so viel anders als Menschen mit zusätzlichen Eigenschaften und da sie unsterblich sind, haben ihre Handlungen auch immer nur recht begrenzte Auswirkungen und sie denken zu wenig darüber nach was sie tun. Sie wirken oft wie überaus mächtige Kinder.

Ein Teil der Faszination des ersten Teils ist, dass vieles unklar und geheimnisvoll bleibt. Vor allem die Gründe für das Handeln der Akteure sind oft nicht klar.

»Vielleicht bereut er wirklich, euch verlassen zu haben. Findest du nicht, er hätte eine zweite Chance verdient?« »Für manche Dinge gibt es keine zweite Chance«, erklärte ich heftiger als nötig. Wir wussten beide, dass wir nicht mehr über meinen Vater sprachen.

Im zweiten Teil wird relativ klar, dass die Götter größtenteils egoistische Idioten sind und man fast keinem von ihnen trauen kann. Alle nutzen Jess aus und bringen sie in Lebensgefahr. Um die Liebesbeziehung zwischen ihr und Cayden geht es nur noch bedingt und teilweise werden die Randbedingungen (die Wette und das Handeln der Götter) weiter erläutert auch wenn die Motivationen unklar bleiben. Die Charaktere handeln an diversen Stellen nicht nachvollziehbar und nicht konform zu ihren vorherigen Handlungen (vor allem Cayden – erst Beschützer, dann Bedrohung).

Cayden stöhnte und vergrub das Gesicht in den Händen. »Agrios hat schon recht. Vor hundert Jahren haben die Mädchen noch gemacht, was man ihnen gesagt hat.«

In Teil drei werden die Motivationen der Handlungen erklärt bzw. besser gesagt es werden teilweise Erklärungsansätze gegeben, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind. Wie kann man jemand verzeihen, der einen verletzt hat und die Erklärung warum er das gemacht hat ist vollkommen sinnlos?

Trotzdem ist die Buchserie interessant. Den ersten Teil fand ich am besten und den mittleren am schwächsten. Das Ende geht für mich dann wieder in Ordnung. Bei der Serie wäre meiner Meinung nach aber noch deutlich mehr drin gewesen. Nach dem ersten Buch hatte ich noch die Hoffnung, dass am Ende 4,5 oder 5 Sterne rauskommen, weil das Buch ziemlich stimmig fand. Danach treten allerdings so viele Unstimmigkeiten auf, dass man sich wünscht, dass die letzten beiden Bücher sorgfältiger Lektoriert worden wären.

Der Schreibstil ist toll und die Ich Perspektive ermöglicht es sich voll in die Charaktere zu versetzen.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Dämomentochter

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es nicht sehr realistisch, dass die so eine große Göttertruppe für so eine „Spaßaktion“ in der Menschenwelt auftaucht. Aber gut, wer bin ich, dass ich das Handeln von Göttern einschätzen kann? Die haben ja schon immer verrückte Sachen gemacht.
  • Ist schon lustig wie leicht sich die Götter belauschen lassen. Sich nachts in Wohnzimmer der Lodge zu stellen und zu reden ist jetzt nicht gerade diskret. Aber zugegeben. Die haben eh nichts zu verlieren und Arrogant sind sie auch,
  • Warum sollten sich die Götter dafür interessieren ob und welche Überlieferungen es über sie gibt? Um die Frage weiter zu treiben: Warum sollten sie sich dafür interessieren, dass es den Menschen (Diafani), die in der Lage sind die Götter zu sehen gut geht? Das restliche Handeln der meisten Götter, legt nicht gerade nahe, dass sie sich für das Wohlergehen von einzelnen Menschen interessieren.

Gut zugegeben – sie handeln nicht nach der Aussage, dass sie Jess beschützen wollen.

  • Wieso schließt Jess die Augen, bevor sie dann versehentlich den falschen mit einem Stein KO schlägt? Klassischer Fall von praktisch für den Storyverlauf, ergibt aber überhaupt keinen Sinn
  • Das Jess bei Mateo nicht argwöhnisch wird, ist nicht wirklich glaubwürdig. Er ist rein zufällig hergezogen und rein zufällig wird sie zweimal vor seinem Haus attackiert. Dazu kommt noch, dass er auffällig nett ist und sich in der heutigen Welt auch ein wenig verloren wirkt, wie die anderen Götter auch. Und das zeigt er auch immer wieder.

Als Mateo auf Iapetos reagiert, ist es ziemlich offensichtlich, dass er kein normaler Junge ist.

Spätestens als ihr Tattoo kribbelt als sie zu Mateo an den Tisch tritt, ist es dann offensichtlich. Gut, da ist es natürlich eh schon zu spät.

  • Das Jess darüber nachdenkt Robyn wieder zu vergeben kann ich absolut nicht nachvollziehen. Nachdem sie ihr wahres Gesicht offenbart hat, gibt es definitiv nichts was einer Freundschaft würdig ist (was Robyn ihr dann im Nachgang dann ja auch mehrfach beweist).

Witzigerweise haut sie Später Robyn eine Runter „wegen der vielen Aktionen aus den letzten Jahren“. Wenn sie das doch immer gestört hat – vorher macht es nicht den Eindruck – hätte sie doch wohl schon eher reagiert

  • In Buch 2 ist eine nette Anspielung auf die Biss Serie. Schon interessant wie eine Buchreihe die Denkweise beeinflusst. Hier wird es gleich als gegeben hingenommen, dass Vampire in die Zukunft sehen können oder Gedanken lesen. Das gehört eigentlich nicht zu den Fähigkeiten von Vampiren, wenn man andere Geschichten liest.
  • Das Cayden bei dem Tattoo für Jess zustimmt finde ich vollkommen unglaubwürdig. Entweder will er Jess beschützen, wie das in der ganzen Buchserie zigmal passiert oder nicht (er rettet ihr mehrfach das Leben). Wenn die Götter keine Ahnung haben wie sich die giftige „Tinte“ auf Jess aufwirkt, hätte Cayden das niemals zugelassen. Aber er sagt ihr sogar, dass es nicht schmerzt und vollkommen harmlos ist, obwohl er weiß, dass sie daran sterben kann Den anderen Göttern wäre es natürlich egal was ihr passiert und das Jess die Gefahren nicht weiter hinterfragt, obwohl sie merkt, dass ihr alle etwas verschweigen ist auch nicht realistisch. Selbst Kalchas verrät Jess in dieser Sache, weil er ihr nichts von der Gefahr sagt.

Das ist die erste Tat von Cayden die wirklich unverzeihlich ist.

  • Das es Frauen gibt die über Jahrhunderte versuchen die Götter bei ihrem Verführungsspiel zu stoppen (alle 100 Jahre einen Versuch), halte ich für nicht sehr wahrscheinlich. D.h. jede dieser Frauen lässt einmal im Leben alles stehen und liegen um die Götter aufzuspüren (also evtl. quer um die Welt zu reisen bzw. bei 100 Jahren wird sogar immer eine Generation übersprungen) und dann drei Mädchen zu warnen wegen der Gefahr von Liebeskummer? Nicht sehr realistisch. Ist ja nicht so als wenn die Götter irgendwen umbringen. Cayden verführt 3 Mädchen in einer vorgegeben Zeitspanne und das war’s. Das ist zwar nicht nett aber i.d.R. auch nicht gerade tödlich. Da wird sich wohl kaum jemand zur Lebensaufgabe machen jemand anderen – den man nicht kennt – vor Liebeskummer zu bewahren. Früher wäre es schon schwierig gewesen die Reise zu finanzieren und rechtzeitig vor Ort zu sein. Heute ist es ja kein großes Drama mehr, wenn eine Beziehung in die Brüche geht (es zerstört einem nicht das ganze Leben, wie das früher vielleicht der Fall war).

Die persönliche Motivation von Ariadne wird später sehr deutlich. Die ihrer Vorgängerinnen erschließt sich mir nicht.

  • In Buch 2 hat Jess auf Seite 370 zerzaustes Haar und sandige Klamotten und Angst, dass sie ihre Mutter so sieht, weil sie es nicht erklären kann. Auf Seite 372 geht sie schnurstracks in die Küche ohne sich umzuziehen und redet mir ihrer Mutter?!
  • Das Jess allein nach Hause geht, obwohl Mateo sie erkannt hat, ist einfach nur dumm.
  • Es ist ein ziemlich kurzsichtiger Ansatz von Jess Agrios zu helfen, weil der dann angeblich Jess Mutter und Schwester nicht tötet. Aber da er danach eh die Menschheit vernichten will, wird er vor den beiden kaum halt machen
  • Wenn Zeus die „Wette“ jederzeit aufheben kann, warum dann nicht in diesem Fall. Zusätzlich hat er – wie man später erfährt – auch die Fähigkeit jemandem Zum Gott zu machen. Die Story im 2. Teil ist also ziemlich löchrig. Das einzige Argument ist, dass er in dem Moment seinen Stab nicht hat. Das wäre aber noch keine Erklärung warum er Prometheus nicht später wieder unsterblich macht.
  • Warum kann Leah und Phoebe in die Götterwelt gelangen ohne dort zu einzuschlafen? Bei Robyn war die Argumentation im ersten Buch, dass sie erst aufwacht, wenn sie die Götterwelt verlassen hat
  • Auf Seite 23 in Buch 3 ist angegeben, dass Cayden noch unsterblich wäre, wenn Jess Agrios nicht auf den Olymp gebracht hätte. Offensichtlich sind aber doch die 60 Tage rum (Zeus sagt ja „die Zeit ist abgelaufen“ – wobei es sehr seltsam finde, dass das genau in dem Moment passiert, die Götter alle beieinander sind). Erst nach den 60 Tagen ist doch relevant, dass sie ihn abgelehnt hat. Somit wäre das gleiche mit Cayden passiert, wenn sie nicht da gewesen wäre, nur ohne Verletzung
  • Der Grund warum Cayden menschlich werden wollte ich lächerlich schwach bzw. eigentlich gibt es keinen echten Grund. Eine gute Entschuldigung sieht anders aus.
  • Athene und Jess besprechen den Plan, dass Jess mal wieder in die Götterwelt reist um dort eine Kopie des Stabes zu besorgen (Buch 3 Seite 325). Das ist quasi ein Himmelfahrtskommando. Cayden sitzt während des Gespräches daneben und sagt dazu nichts. Jess denkt sogar daran, dass es keine gute Idee ist das Gespräch in seiner Gegenwart zu führen. Später wird dann erwähnt, dass er auf keinem Fall von dem Plan erfahren darf, weil er ihn sonst vielleicht verhindert um Jess zu schützen (S. 366). Wenn dem so wäre, hätte er wohl schon viel eher dagegen protestiert.

Die Aktion Cayden mal eifersüchtig zu machen, damit er nichts vom Plan erfährt, nachdem sie 2 Bücher gebraucht haben um wieder zusammen zu finden ist total daneben.

  • Wieso kann Jess alleine zwar in die Götterwelt gelangen aber nicht wieder hinaus und wieso kommt nicht mal die Göttin der Weisheit auf die Idee das in ihrem Plan zu berücksichtigen?
  • Das Ziel ist es Agrios zu Zeus zu locken mit der zweiten Insignie. Um das zu erreichen wird die Kopie des Stabes benötigt. Direkt bevor Jess die Kopie erschaffen hat greift Agrios aber Zeus und die anderen Götter an. Der Plan ist also schon hinfällig bevor er ausgeführt wird.

Hephaistos schafft es also mit einem Gerücht Agrios anzulocken. Das mit der Kopie mehr erreicht werden kann, ist relativ unwahrscheinlich.

Zumal die Gefahr groß ist, dass der Stab einfach vom Verräter entwendet wird. Wieso sollten die Götter auf den Stab aufpassen können, wenn sie es bei Jess auch nie hinbekommen?

Wie sich dann später zeigt hat die Kopie des Stabes überhaupt keinen Nutzen gehabt.

  • Apoll soll nichts davon wissen, dass Jess den echten Stab hat aber von der Kopie darf er wissen. Das macht keinen Sinn. Wenn er ein Verräter wäre, sind beide Informationen gleich gefährlich
  • Nach welchem Prinzip können sich einzelne Anhänger Götter (Anhänger von Agrios) frei von und nach Mystikas bewegen und andere nicht? Offenbar können sie das auch alleine also ohne Agrios (Buch 3 Seite 390)
  • Die Motivation von Hermes ist nicht nachvollziehbar. Es mag Jess (das sagt er drei Bücher lang) und dann hat er keine Probleme die Familie (von denen er einige sehr mag) zu verraten und zusätzlich Jess. Da er auch nicht dumm ist kann er kaum annehmen, dass er einen Platz neben Agrios erhält.

Zusätzlich hab man in seiner Sicht der Dinge immer den Eindruck, als wenn er lieber seine Ruhe hat und keine Verantwortung.

Aber gut, die Götter verhalten sich alle wie Kinder und sind egoistisch und naiv. Insofern braucht es wohl nicht viel Motivation für irgendwelchen sinnlosen Handlungen.

  • Wie kommen Agrios und Hermes auf die Idee, dass Jess den Stab beschaffen kann? Die Kopie ist bei den Göttern und wenn Hermes vom echten Stab wüsste (was eigentlich wahrscheinlich ist, da es genügend Gelegenheiten gab Jess bei Gesprächen über den Stab zu belauschen), dann wäre er viel eher gekommen. Dass die Götter den Stab einfach an Jess übergeben, kann Agrios wohl kaum annehmen. Warum sollten sich die Götter dafür interessieren, ob die Schwester von Jess entführt wurde?

Essenz der Götter Serie

Essenz der Götter 1 - Martina Riemer  Essenz der Götter 2 - Martina Riemer

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Martina Riemer

Teile der Serie:

  • Essenz der Götter 1 (472 Seiten)
  • Essenz der Götter 2 (345 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Wie kommt es, dass du auch mit geschlossenen Augen immer meine Brüste erwischst?« »Talent einerseits«, sagt er, kommt näher und gibt ihr einen Kuss, »andererseits weiß meine Hand eben von alleine, wo sie hingehört.« »Ich hoffe, die Hand weiß auch, dass sie nur auf meine Brust gehört, sonst«, kontert sie und legt ihre Hand auf seine und verschränkt die Finger mit ihm, »könnte es passieren, dass ich beim nächsten Training mit den Messern abrutsche.«

Buch 1: Loreens Adoptiveltern sind kürzlich bei einem Autounfall gestorben. Loreen ist 17 und wurde in ein Kinderheim gesteckt, dass irgendwo im nirgendwo ist. Loreen trauert und ihr langjähriger Freund is nun auch unerreichbar weit weg.

Loreen erfährt, dass sie zu den Divinus Kriegern gehört. Die Divinus Krieger tragen eine göttliche Essenz in sich. Jeder Divinus Krieger hat andere Gaben (Fähigkeiten) von den Göttern bekommen. Die Divinus (Anhänger der neuen Götter – Zeus und Co) führen Krieg gegen die Titanus (Anhäger der alten Götter – Titanen) aber es steht eher schlecht. Sie benötigen Loreen aus diesem Grund, wie jeden anderen der Götteressenz in sich trägt.

Loreen entscheidet sich aber trotz der Neuigkeit mit Jamie zusammen zu leben – ihrem langjährigen Freund. Erst nach vier Jahren hört sie auf ihr Gewissen und nimmt erneut Kontakt zu den Divinus Kriegern auf. Dort wird sie in deren Geschichte und deren Kampftechniken eingeführt. Sie begegnen ihr aber teilweise mit Misstrauen, weil sie sich nicht sofort für sie entschieden hat.

Der Gedanke, Sky in kleine Scheiben zu schneiden, war kurz durch seinen Geist geflogen, aber Sky ist sein Freund und er und Loreen sind bald Bell-Par.

Dann fällt ihr ein Brief von ihrer Mutter in die Hand, in dem klar wird, dass diese mit allen Mitteln verhindern wollte, dass Loreen bei den Kriegern landet und die undurchsichtige Anführerin der Krieger erfährt davon.

Der Anfang hat schon etwas leicht esoterisches. Das jemand eröffnet bekommt, dass er kein Mensch ist und das direkt schluckt, weil er schon immer so ein Gefühl hatte, ohne Faktengrundlage halte ich nicht für normal. Noch besser wird es dann, wenn der jemand (Loreen) es ihrem Freund (Jamie) erzählt und der auch gleich voll drauf einsteigt. Kann doch jeder nachvollziehen, dass man seinen Freunden erzählt, dass man göttliche Essenz in sich trägt und die das direkt akzeptieren, oder?

Aus Erfahrung weiß Loreen bereits, dass die schlimmen Dinge meist plötzlich passieren, ohne Vorwarnung. Aber dabei vergisst man oft, dass manchmal – wie soeben mit Rion – auch die guten Dinge wie aus dem Nichts geschehen.

Loreen ist sehr naiv und steigt vollkommen auf die Göttergeschichte ein, ohne auch nur ansatzweise zu wissen was sie erwartet und auf wen sie sich einlässt. Sie weiß nicht mal wer der Gegner ist und auf welcher Seite sie kämpfen würde und für welche Ziele. Sie will sofort mit ihrem Freund schluss machen, weil der nun keinen Platz mehr in ihrem neuen Leben hat, das sie noch nicht kennt. Dann steht er vor ihr und sie will doch nicht Schluss machen und er fragt Sie ob sie ihn Heiraten will und sie sagt zu. Von Schluss machen zu Heiraten in unter 5 Minuten ist eine stramme Leistung!

»Du wirst mich verlieren oder ich werde dich irgendwann verlieren. Das ist der Lauf des Lebens. Sterben gehört einfach dazu. Deswegen bringt es nichts, wenn du nicht richtig lebst, denn das andere kommt sowieso. Wäre es dann nicht klüger, das Leben, so kurz es auch sein mag, mit all seinen Facetten vollkommen auszukosten?«

Daraufhin lebt sie etwas mehr als 2 Jahre mit Jamie zusammen, der dann an einem Gehirntumor stirbt. Danach begibt sich in die Behandlung von einem Psychiater und der überzeugt sie, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen muss. Daraufhin nimmt sie wieder Kontakt zu den Divinus Kriegern auf, nachdem sie ihre Freizeit nur mit Kampftraining und dem Lernen von altgriechisch verbracht hat.

Die Divinus Krieger leben wie vor Jahrhunderten (warum auch immer) und werden von einem Rat von 5 Personen angeführt, denen man gehorchen muss, wenn man zur Gemeinschaft gehört. Faktisch wird der Rat aber von einer Person angeführt, die quasi ein despotisches Regime führt und nicht nachvollziehbare Entscheidungen trifft. Auch gekämpft wird mit altertümlichen Mitteln.

Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen.

Um ihre „Art“ zu sichern gibt der Rat vor wer sich mit wem zu paaren hat (ein wenig wie Hundezucht – ok, vielleicht sollte man den Ansatz auch mal überdenken). Die besten Gene müssen weitergegeben werden. Dabei werden Beziehungen oder Liebe vollständig ignoriert. Es drängt sich sogar der Verdacht auf, dass bewusst irgendwelche Spielchen getrieben werden um Menschen zu verkuppeln, die nichts füreinander empfinden. Angeblich basieren die Entscheidungen auf Visionen und Eingebungen der Götter (und das die Götter zu der Anführerin des Rates sprechen stellt natürlich auch niemand in Frage). Das er derartige Menschen gibt, die Macht missbrauchen ist nichts Neues. Ärgerlich und unglaubwürdig wird es immer dann, wenn deren Befehle nicht hinterfragt werden, obwohl die ausführenden Personen gebildet sind und sehr viel Lebenserfahrung haben.

Menschen sind so vielschichtig wie das schimmernde Farbspektrum eines Diamanten, das bei jeder Bewegung andere Nuancen preisgibt. »Danke für deine Ehrlichkeit. Du bist gar nicht so übel, wenn man kurz vorm Durchdrehen ist. Das muss man dir lassen«

Als Loreen zurück bei den Kriegern ist, denkt sie sofort wieder daran, dass sie sich zu Slash hingezogen fühlt. Slash und Loreen zicken sich dann längere Zeit an, weil sie sich vor Jahren für Jamie entschieden hat und er mauert, weil er in der Vergangenheit einen Verlust erlitten hat. Es geht quasi durchgehend darum, dass irgendwer sexuelle Anziehung auf jemand anderen ausübt. Das Kriegsthema gerät die erste Buchhälfte in den Hintergrund.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von mehreren Charakteren und mithilfe von Zeitsprüngen erzählt. Es wird zwischendurch immer mal wieder in die Vergangenheit gesprungen. Das macht es streckenweise schwierig die Handlungen oder das Verhalten der Akteure zu verstehen, weil man die Gründe und Ursachen (noch) nicht kennt.

Sie steht komplett nackt vor den beiden Männern und ihr wird klar, warum der andere Typ sie so unverhohlen anstarrt und herablassend grinst. Hastig, und mit heißen Wangen, die wahrscheinlich tomatenrot aussehen, hebt sie die Decke zu ihren Füßen hoch und schlingt sie um ihren Körper. Toller erster Eindruck! Wenn das nicht hilft, um harmlos zu wirken, was dann?, denkt sie grimmig und peinlich berührt.

Beim ersten Buch habe ich ernsthaft überlegt, ob ich abbreche, weil ich weder die Handlungen und Motive der Charaktere nachvollziehen konnte, noch die Geschichte besonders spannend war.

Buch 2: Loreen und Kate werden beschuldigt mit den Titanus paktiert zu haben und so den Angriff auf das Lager der Divinus Krieger ermöglicht zu haben.

Alle Divinus Krieger haben sich aufgrund des Verdachtes, den offenbar jeder als Tatsache hinnimmt von ihr abgewendet, obwohl sie im Kampf diverse Titanus Krieger und andere Kreaturen getötet hat, die Feinde der Divinus waren. Mal wieder folgen die Divinus Krieger blind ihrer Anführerin (ohne dafür einen Grund zu haben). Für Kate bleibt der Verdacht aber offenbar vollkommen folgenlos.

Loreen wird in Neuseeland (mutmaßlich in der nähe der Titanus) ausgesetzt. Aber sind die Titanus wirklich der Feind?

»Du hast um sie getrauert und geweint, den ganzen Weg vom Kolosseum bis in das Lager. Auch in der Nacht waren deine Gedanken bei ihr. Ich habe dich ihren Namen murmeln gehört. Und du wirst sie noch länger betrauern, aber deshalb kannst du nicht aufhören zu leben.«

Das ganze Beschuldingungsszenario entbehrt jeder Logik, weil sie selbst mehrere von den Titanus getötet hat und dabei in Ohnmacht gefallen ist bzw. fast gestorben wäre. Außerdem hat sie dem Bruder von Sky unter Einsatz ihres Lebens gerettet, was sie wohl kaum getan hätte, wenn sie zum Feind gehören würde. Weiterhin hat sie zusätzlich zu ihrer zweiten Fähigkeit eine andere, die eindeutig den Divinus Kriegern zuzuordnen ist. Ihr wird  unterstellt, dass sie zum Feind gehört, weil sie eine bestimmte Form der Magie beherrscht (2. Fähigkeit). Das ist total substanzlos, weil im ganzen ersten Buch kein Grund genannt wird warum überhaupt Krieg zwischen den beiden Parteien herrscht. Im Ursprung waren die Titanus (Kronos und Co) den alten griechischen Göttern zugehörig und die Divinus Kriegern den neuen Göttern (Zeus und Co). Da die Götter aber vereinbart haben, dass sie sich auf der Erde nicht mehr einmischen ergibt der Krieg überhaupt keinen Sinn und wird auch von niemandem hinterfragt.

Wie oft soll ich das noch ertragen, bevor ich zerbreche? Wo steht man im Leben, wenn man auf einen Schlag wieder auf sich alleine gestellt ist? Wer gibt einem Kraft und Halt, wenn die eigenen Beine einen nicht mehr tragen? Was passiert, wenn man Familie und Freunde verliert – verblasst man dann auch selbst und wird zu einem farblosen, leeren Abklatsch seines alten Ichs?

Ganz davon abgesehen wird auch nicht hinterfragt warum die Kreaturen des Tartaros beide seiten angreifen und auch die Argumentation Kate gegenüber (sie sei die einzige, die die Kreaturen des Tartarus beeinflussen kann) ist vollkommen haltlos, weil die Titanus das in der Vergangenheit selbst konnten auch ganz ohne Kate.

Ganz davon abgesehen ist Loreen das beste Beispiel, dass man beide Seiten in sich vereinen kann und der Krieg eh komplett sinnlos ist.

Nach dem verkorksten Start wird das zweite Buch dann aber deutlich besser, weil die Charaktere endlich anfangen nachzudenken und sinnvoll zu handeln und sich auch zunhemend ein Handlungsstrang ergibt.

Fazit:

Und wenn ich dir verrate, was ich weiß und Slash bekommt Wind davon, dann reißt er mir den Kopf ab. Ehrlich, ich mag meinen Kopf dort, wo er ist.«

Die Serie fühlt sich vor allem im ersten Buch an wie Göttergeschichte mit Teenagerdrama mit leichtgläubiger unentschlossener Hauptakteurin und machthungriger, verleiteter Anführerin und Charakteren, die vollkommen ohne jeden eigenen Gedanken naiv einem Anführer folgen (das hat etwas sektenartiges). Die Charaktere benehmen sich vor allem am Anfang wie Kleinkinder, obwohl sie relativ viel Lebenserfahrung haben (weil sie ein deutlich höheres Alter erreichen als Menschen). Sie lieben sich und merken es nicht und reden nicht miteinander und zicken sich lieber gegenseitig an und wenn sie dann doch zueinander finden, dann fuscht der Rat in seiner nicht vorhandenen Weisheit dazwischen.

Nach einem verkorksten Start im zweiten Buch wird es dann aber langsam besser, weil die Handlung vorankommt und sich die Charaktere plausibler verhalten..

Ich bin mit der Buchserie nicht so richtig warm geworden. Zum Glück ist es im zweiten Buch dann besser geworden.

Bewertung:

3/5

Vergleichbare Serien:

  • Ausgehend von dem Götterhintergrund Dämonentochter, mir hat die Dämonentochter Serie aber deutlich besser gefallen

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Zwei Lehrer und ein Schüler fangen neu in einem Kinderheim an und eine Woche später verschwinden alle drei? Sehr unauffällig. Außerdem: Kinderheim und Schule sind doch normalerweise nicht in einem Haus untergebracht, oder?
  • Loreen will telefonisch mir Ihrem Freund Schluss machen, den Sie schon seitdem Kleinkindalter kennt, nachdem sie erfahren hat, dass sie göttliche Essenz in sich hat. Die Entscheidung trifft sie ohne überhaupt zu wissen was sie erwartet, wenn sie den Divinus Kriegern folgt. Das muss ja eine tolle innige Freundschaft gewesen sein, wenn man sie so leicht beendet.
  • Es wird nicht erklärt warum sich die beiden Parteien bekämpfen. Sie handeln im Namen der Götter, die sich aber schon seit Jahrhunderten von der Erde zurückgezogen haben und auch beschlossen haben sich dort nicht ehr einzumischen. Der Kampf ist also komplett sinnfrei. Das ist eigentlich schon im ersten Buch klar, im zweiten Buch wird es dann bestätigt.
  • Die Divinus Krieger leben mit Lederkluft, Pfeil und Bogen, Ackerbau und recht rückständig aber Nagellack und Kaugummi ist ok? Und davon bekommt der Rat nichts mit? Klar, fällt ja auch beides nicht auf. Vor allem wenn beides von der Person benutzt wird, die der der Chefin des Rates die Haushälterin gibt.
  • Loreens Einstellung ist total lächerlich: Sie will zu ihrem Erbe stehen egal was das bedeutet. Da sie Essenz der Götter in sich trägt heißt das, dass sie ohne dies zu hinterfragen in den Krieg zieht, weil die anderen es auch machen und dass sie sich dem willen des Rates beugt, egal was der will.
  • Die Bel Par Politik scheint ja grandios zu funktionieren. Man darf nur Kinder mit jemandem bekommen den der Rat ausgewählt hat, was dann quasi dazu führt, dass fast keiner mehr Kinder hat. Sehr ausgeklügelt vor allem wenn die Population eh schon rückläufig ist.
  • Loreen setzt was auch immer für eine Fähigkeit ein und tötet einen Gegner – verbrennt ihn mit Licht – und die anderen flüchten danach. Wieso wird nach dem Kampf nicht darüber diskutiert? Eigentlich dürfte sie derartige Fähigkeiten nicht haben, weil sie nur eine Fähigkeit haben sollte. Wieso weiß Elderly davon, obwohl sie nicht dabei war?
  • Im ersten Buch gibt ein absolut inszeniertes Drama: Phase 1 – Oh, die große Liebe, ich kann nicht ohne dich, auch was wäre wenn du verletzt wirst – Phase 2: Oh wir dürfen uns nicht lieben, weil die Anführerin es nicht will. Kein Problem, wir machen doch alles was der Rat will… – Phase 3: Oh, jetzt sind wir doch wieder zusammen und alles ist vergeben und vergessen – muss man nichts zu sagen, oder? Mal ennsthaft: Will man mit jemanden zusammen sein, der blind irgendwelchen Anführern hinterher läuft und nicht im Geringsten bereit ist für die Beziehung zu kämpfen, wenn sie von außen bedroht wird?
  • Wenn Loreen angeblich so gefährlich ist, dann ist es vollkomen unlogisch, dass erst Elderly mit ihr zusammen ist und dann zwei Wachen. Mit ihren Fähigkeiten könnte sie beide locker ausschalten, wenn die Annahme über ihre Kräfte stimmt.
  • Wieso kennen die Divinus Krieger einen Spiegel mitten im Wald in Neuseeland? Man muss den Ort vorher schon gesehen haben um dorthin reisen zu können.
  • Vor was hat Loreen im Wald von Neuseeland Angst? Agesehen von Titanus kann ihr dort wenig passieren. Gefährliche Tiere gibt es schlicht keine.
  • Wieso vertraut Loreen darauf, dass die Lebensmittel, die sich bekommt nicht vergiftet sind? Sie weiß nicht welches Spiel Elderly spielt.
  • Wieso stellt niemand in Frage (weder die Titanus noch die Divinus Krieger), warum sie die Kreaturen aus dem Tataros gegen beide Seiten wenden?
  • Die Erklärung mit den Wesen aus dem Tartaros, die vor jedem Angriff der Gegenpartei erscheinen erklärt aber keineswegs wieso die Gegenpartei in dem Moment angreift, in dem auch die Kreaturen auftauchen. Für die eigentliche Kriegssituation machen diese Wesen also eigentlich keinerlei Unterschied, dafür sind die Titanus und Divinus ganz alleine verantwortlich.
  • Dass die Titanus und die Divinus nach Jahrhunderten Krieg plötzlich in ein Lager ziehen und mal eben verdrängen können, dass sie sich gestern noch gegenseitig umgebracht haben, halte ich für sehr unglaubwürdig. Zumal vorher offenbar keiner den Krieg hinterfragt hat. Sie leben jeweils auf der anderen Seite der Welt und somit wäres es überhaupt kein Problem gewesen sich aus dem Weg zu gehen. Warum soll das plötzlich in einem Lager funktonieren, wenn vorher die ganze Welt nicht groß genug war?
  • Die Art und Weise wie die Gefährten an den Kampf mit Uranos herangehen ist sehr blauäugig. Sie haben Räume voller Dokumente mit Informationen und genau eine Person, die den Gott theoretisch besiegen kann, wenn alles gut läuft. Sie wissen aber keineswegs was dafür getan werden muss. Da würde es sich eher anbieten so spät wie möglich zu handeln.
  • Wieso brechen alle für den Kampf auf und wohin überhaupt, wenn dann auf dem Weg nur ein paar Leute zu Uranos nur ein paar Leute sind?! (zumindest liest sich das so – bei dem Angriff des Drachen und beim anschließenden Sturm und Erdbeben nur ein paar Leute erwähnt und danach kommen keine Mehr).
  • Als sie bei den 100 Spiegeln sind, steht im Text: „Hier sind sie laut der Prophezeiung darauf angewiesen einen speziellen Spiegel zu finden, der sie ohne dieses Vorwissen an den richtigen Ort schickt“. Das steht aber nicht in der Prophezeiung
  • Der Bereich im Palast der Götter ist etwas chaotisch geschrieben. Angeblich kann man den Raum mit sehr vielen Spiegeln überblicken aber die Gruppe ist dann so verteilt, dass man den Anfang und das Ende der Gruppe nicht sehen kann, obwohl sie vorher nur ein paar Leute waren, später im finalen Kampf sind dann aber alle anwesend…
  • Loreens Essenz ist angeblich „ausgebrannt“ aber heilen kann sie Slash danach direkt und er lässt er zu, obwohl sich ihre Haarfarbe zu weiß verändert hat und er keine Ahnung hat welche Auswirkungen die Heilung bzw. der Einsatz ihrer Essenz auf sie hat?

Nebelsphäre Kiel Serie

Nebelsphäre Kiel 1 Haltlos - Johanna Benden Nebelsphäre Kiel 2 Machtlos - Johanna Benden Nebelsphäre Kiel 3 Rastlos - Johanna Benden

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Benden

Teile der Serie:

  • Nebelsphäre Kiel 1 – Haltlos (494 Seiten)
  • Nebelsphäre Kiel 2 – Machtlos (652 Seiten)
  • Nebelsphäre Kiel 3 – Rastlos (558 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Plötzlich brach Narex in schallendes Gelächter aus. „Alter Schwede, Mando! Was war das denn? Das war ja ein Witz! Dein erster Witz seit Jahrhunderten!“

Eine Anmerkung vorab: Ich habe vor dieser Serie bereits die Nachfolgeserie (Nebelsphäre Lübeck) gelesen. Ich hatte mich vorher nicht gut informiert. Normalerweise passiert mir das nicht. Zu der Nachfolgeserie hatte ich auf der Homepage von Johanna Benden nachgefragt, ob es noch eine Fortsetzung zur Lübeck Serie geben wird. Daraus ist in der Folge eine rege Mailkonversation entstanden. Ich habe noch nie einen Autor erlebt, der so aufgeschlossen und Kontaktfreudig gegenüber seinen Lesern agiert. Supernett und definitiv erwähnenswert! 🙂

Die Goldene erwiderte ihren Blick und grinste ironisch. „Ach, was soll’s, Leute! Dann fällt der Unterricht für Täuschungen, Intrigen und Verleumdung eben erstmal aus.

Eigentlich hatte ich nicht vor die Kiel Serie direkt zu lesen, da mir das dritte Buch (im Gegensatz zu den ersten zwei Büchern) der Lübeck Serie nicht gut gefallen hat. Aber nachdem ich die interessante Konversation mit Johanna Benden hatte, habe ich mir die Bücher doch recht schnell vorgenommen.

Buch 1: Victoria ist Studentin und wohnt in einer WG mit Jan. In dem neuen Studiensemester hat sie Kurse bei einem neuen Professor, in den sie sich direkt verschießt – und wie! Offenbar geht es dem Professor ähnlich aber scheinbar hat er einige „Besonderheiten“. Während andere Studenten sich in  unwohl fühlen, wenn sie dem Professor zu nahe kommen fühlen sie sich unwohl. Victoria geht es genau andersrum.

Grimmarr seufzte. „Nein, Aer, ihr seid nicht «gar nicht so übel» – ihr seid überragend. Und das musst du endlich begreifen! Das kannst du aber nur, wenn ihr euch mit anderen vergleicht. Eine Leistung an sich ist weder gut noch schlecht, sie hat keinen Wert. Den bekommt sie erst, sobald man sie einer zweiten Leistung gegenüberstellt.“

Seltsamerweise können beide gegenseitig ihre Gedanken lesen und Victoria erfährt, dass Jaromir ein Drache ist! Als wäre das nicht genug, erfährt sie das Drachen und offenbar auch einige Menschen Magie wirken können.

Weiterhin erklärt Jaromir Victoria, dass Drachen und Menschen früher einvernehmlich zusammen gelebt haben es aber später zu einem Krieg zwischen den Drachen und den menschlichen Zauberern gekommen ist. Seitdem gibt es keine Partnerschaften mehr zwischen Drachen und Menschen und auch keine menschlichen Magier mehr.

Jaromir weiß, dass sie ihre Beziehung verheimlichen müssen. Wenn die Drachen von ihrer Beziehung erfahren, droht höchste Gefahr.

„Du bist heute Abend auch noch heiß, der Kaffee nicht und ich will beides“, konterte sie augenzwinkernd. Das Flimmern in Lenirs Aura war abgeflaut und er ließ sich schnaubend auf seinen Stuhl fallen. „Prima. Du weißt, was du willst. Ganz wie es sich für eine Führungskraft gehört.“

Die Liebesbeziehung (Partnerbindung) fühlt sich in dieser Serie zumindest anfangs deutlich normaler an als in der Lübeck Serie, was vermutlich daran liegt, dass sie nicht mit einer schon vorhandenen Liebesbeziehung konkuriert und auch nicht manipuliert wurde (sie fühlt sich hier also nicht falsch an wie in der Phönix Serie). In den ersten 2/3 des Buches geht es primär darum wie sich Jaromir und Victoria kennenlernen und wie sie langsam in die Welt der Drachen und der Magie eintaucht. Aufgrund des Schreibstils wird das aber nicht langweilig. Unterschwellig lässt sich auch schon die Bedrohung erahnen, die auf Jaromir und Victoria zukommt.

„Ich fasse es nicht!“, brummte Abrexar perplex. „Ihr Gefährten braucht keine halbe Stunde, um die ganze Welt auf den Kopf zu stellen.“

Man fühlt sich ein bisschen wie bei einer Mischung von Biss, Harry Potter und Eragon (und das meine ich positiv).

Wer es hier schafft bei der Beschreibung von Alberts Kochkünsten und den aufgetischten Speisen nie Appetit zu bekommen, der ist vermutlich magersüchtig. 😉

„Ich brauche dich hier, Mando! Du musst dich gut um Jaro und Vici kümmern. Sie werden deinen Rat benötigen.“ „Ja, ja“, nörgelte Mandolan mit seiner näselnden Gedankenstimme. „Ich werde sie genauso gut beraten wie dich. Und die zwei werden genauso selten auf mich hören wie du.“

Buch 2: Victoria und Jaromir sind Gefährten. Das bedeutet, dass zwischen Ihnen eine Verbindung besteht, die mit Liebe vergleichbar ist aber darüber noch hinaus geht. Damit dies möglich wurde mussten sie hart kämpfen und da sie gezwungen waren sich dabei gegen die führende Drachenelite durchzusetzen, haben sie nun mächtige Feinde. Diesen Feinden geht es nicht um Recht und Gesetz, sondern um Intrigen und vor allem Macht und die Feinde haben jahrhunderte Erfahrung in diesem „Spiel“.

Scheinbar sind Victoria und Jaromir durch einen mächtigen Zauber geschützt. Aber die Frage ist, welche Lücken dieser Zauber hat und ist das nicht nur ein trügerischer Schutz?

„Ein Held zu sein fühlt sich nicht gerade heldenhaft an!“, schoss es ihm durch den Kopf und er grinste ironisch. Zu dieser Erkenntnis war er schon in früheren Jahren gekommen, doch wenn er ehrlich war, begriff er die Tragweite seiner seiner Worte erst jetzt so richtig.

Und Lenir und Kerstin fühlen sich zu allem Überfluss scheinbar auch noch zueinander hingezogen. Nachdem Lenir gesehen hat in welcher Gefahr eine Gefährtin schwebt, versucht er allerdings alles um Kerstin zu schützen aber das scheint keine gute Idee zu sein.

Und dann zieht der Feind?! auch noch ins eigene Haus ein.

Zusätzlich werden Lenir und Kerstin, sowie weitere Drachen in der Geschichte intensiver behandelt und die komplette Hintergrundgeschichte wird mehr im Detail behandelt (im ersten Teil wurden einige Teile nur am Rande angesprochen, auf die hier detaillierter eingegangen wird.

Mittlerweile erinnerte die Flurvertäfelung an einen Schweizer Käse.

In diesem Moment kam Victoria aus Kerstins Zimmer. Sie blickte beiläufig auf die zerstörte Wand und dann auf seine Hände. „Es ist sehr nett von dir, dass du schon mit der Renovierung des Hauses beginnst und die Vertäfelung herunter holst, aber Kerstin wird unruhig. Selbst im Schlaf scheint sie zu merken, dass hier etwas nicht stimmt.“

Das zweite Buch beginnt relativ verhalten (das erste Viertel), liest sich aber trotzdem recht gut. Es ist eine Mischung aus alltäglichen Dingen aus der Drachenwelt vermischt. Das Heiratsvorbereitungsthema finde ich nicht so spannend (das ist wohl mehr ein Mädelsthema) aber insgesamt liest sich das alles sehr unterhaltsam. Zusätzlich wird die Hintergrundgeschichte aus Intrigen, „Machtspielen“ und anderen Bedrohungen weiter gewoben und kommt zwischendurch immer wieder zum tragen. Bei etwa drei Vierteln dreht Johanna dann richtig auf. Großes Kino. Hier ist also alles drin: Liebe, Freundschaft, Verrat, Leid und große Gefühle.

Buch 3: Jalina ist endlich Tod, hat aber vor allem Victoria bleibende Schäden zugefügt. Aber selbst im tot streckt Jalina noch ihre Krallen nach den Gefährten aus. Da Victoria die einzige ist, die im Geist der Goldenen die Wahrheit erkennt, kann nur sie deren Machenschaften aufdecken. Dabei kommen Unmengen von Gräueltaten ans Licht und Victoria zerbricht fast daran.

Wenn man spielt, kann man auch verlieren. Wenn du nicht verlieren kannst, darfst du nicht spielen – ich hatte ein paar Jahrhunderte, um das zu lernen.

Aufgrund der Eifersucht von Lenir, die kurz vor Abschluss der Bindung enteht, können Lenir und Kerstin nicht mehr mit Victoria und Jaromir zusammen leben, weil Victorias Freunde zu stark gefährdet werden. Stattdessen reift der Plan eine Gefährtenakademie für neue Gefährtenpaare zu bilden.

Die Tore zur Dämonenwelt werden immer Schwächer. Werden die jungen Gefährten dem Angriff standhalten können, den die Dämonen vermutlich planen?

„Vielleicht entdecke ich ja noch Verbesserungspotenzial in seiner Vorlesung. Falls nicht, bringe ich ihn einfach mit ein paar unqualifizierten Zwischenrufen aus der Fassung.“ Dann hob er verschmitzt seinen Zeigefinger. „Aber verpetz mich nicht Victoria – wenn er was ahnt, macht es keinen Spaß mehr.“

In diesem Buch geht es anfangs primär um die Gefährten. Statt Victoria und Jaro stehen aber Kerstin und Leni im Mittelpunkt. Obwohl es sich um die gleiche Serie handelt, fühlt sich das schon wie eine deutliche Trennung an. Die Bindungsphase der Drachen kennt man schon (das ist also nicht mehr so spannend, da es sich hauptsächlich um Eifersucht und Wolllust dreht – beider ist absolutes Dauerthema und erschöpft sich dann doch irgendwann). Somit gefällt mir dieses Buch etwas weniger als die ersten beiden. Gegen Ende wird es aber trotzdem sehr spannend und auch sehr emotionsgeladen.

Fazit:

Auch bei der ersten Serie kann ich nur sagen, dass der Schreibstil super ist. Ich finde, dass man nicht merkt, dass das ihr erstes Buch ist. Mir ist der Einstieg sogar deutlich leichter gefallen als bei der Lübeck Serie, weil ich hier keine Widersprüche beim Verhalten der Charaktere gefühlt habe. Das war einfach stimmig und in einem Guss.

„Mann ey. Diese Drachen können einem vielleicht auf den Keks gehen! Besonders in der Bindungsphase. Eifersüchtig bis unter die Hutschnur und dann auch noch dauerrollig.

Das einzige was in dem Kontext auffällt ist, dass man zumindest beim ersten Band den Eindruck hat, dass es nicht direkt als Serie geplant war. Der erste Band schließt logisch ab und würde nicht zwingend eine Fortsetzung benötigen. Der Letzte Band dreht sich um neue Hauptprotagonisten, die vorher Nebenprotagonisten war. Der Serienbegriff ist hier also eher lose zu verwenden.

Mir haben die ersten beiden Teile etwas besser als der dritte Teil der Kiel Serie gefallen. Und da ich mich hier weniger über Victoria aufregen musste als in der Lübeck Serie, hat mir diese Serie insgesamt etwas besser gefallen.

Johanna Benden ist (noch) ein Geheimtipp und beide Serien – sowohl die Kiel als auch die Lübeck Serie sind toll. Mir hat die Kiel Serie sogar noch etwas besser gefallen. Da kann man nur auf baldigen Nachschub hoffen.

Bewertung:

4,5/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Als sich Victoria mit Jaromir zum zweiten Mal trifft, hätte ich mir an ihrer Stelle die Frage gestellt wovon Drachen leben. Rein aus Neugierde, auch wenn sie sich selbst nicht in Gefahr wähnt.
  • Was hilft es einem Menschen die Gedankenfenster zu schließen, wenn man sich dadurch bei den Drachen auch verdächtig macht? Dann hilft das ja nur in den Fällen, wo der Drache einen sonst wahrnehmen würde ohne sich explizit auf eine Person zu konzentrieren.
  • Das Victoria die „grünen Wogen“, die sie regelmäßig bemerkt, komplett verheimlicht halte ich für unglaubwürdig. Mit dem Wissen was sie um die Gefahr durch andere Drachen hat (allein das Wissen ihrer Freundin Kerstin, dass Victoria mit Jaromir zusammen ist, reicht als Ausgangsbedrohung aus, da diese ihre Gedanken nicht abschirmen kann).
  • Bei der Verhandlung der Drachen übersetzt Jaromir für Victoria – sie versteht aber auch Gedanken, die nicht gesprochen wurden (also vermutlich genauso Latein sind wie der Rest vom Satz). Das ist eigentlich nur zu erklären, wenn Victoria in die Gedanken von Lexia schauen kann ohne etwas zu verstehen und Jaro das übersetzen kann, weil er es über Victoria ungefiltert „hören“ kann
  • Kattesch ist so dämlich, dass es schon weh tut. Da schreibt ihm Jalina fast direkt, dass sie ihn auf dem Weg räumt und er kapiert nichts. Aber für einen roten ist das scheinbar nicht ungewöhnlich.
  • Wäre es nicht logisch, wenn es auch Gesetze bei den Drachen geben würde, dass Gefährten (der menschliche Teil) ihre Beziehung zu anderen Menschen abbrechen müssen? Wie soll es denn nicht auffallen, wenn man nicht mehr altert? Da es den Drachen so wichtig ist unerkannt zu bleiben, wäre das ein nachvollziehbares Gesetz.
  • Das Schreiben von Jalina macht keinen Sinn oder ich verstehe es nicht:

„Zentrales Element in den ehernen Gesetzen ist hier die zeitnahe, offizielle Bekanntgabe der endgültigen Verbindung zwischen den Gefährten. In der Drachenwelt ist dies bereits geschehen. Unter den Menschen ist eine solche Verbindung heute jedoch unbekannt und muss wegen der geschichtlichen Entwicklung seit den Torkriegen auch weiterhin verborgen bleiben. Der Große Rat hat einstimmig beschlossen, dass eine standesgemäße Hochzeit mit mindestens dreihundert Gästen vor Staat und Kirche als ausreichend anzusehen ist.“

Was denn nun? Verborgen bleiben oder Riesenhochzeit? Das Schreiben hätte doch eher lauten müssen: Der hohe Rat hat beschlossen, dass eine Bekanntgabe in der Menschenwelt mit einer Hochzeit mit mindestens 300 Gästen vor Staat und Kirche als ausreichend anzusehen ist. Oder soll das bedeuten, dass die Alternative zu einer „wie auch immer gearteten Bekanntgabe in der Menschenwelt“ die Hochzeit ist?

Jaro und Victoria auch einfach sonstwo heiraten können zum Beispiel in den USA und ihren Freunden / Eltern nichts davon erzählen. Es gibt lediglich die Anforderung 300 Gäste und standesgemäß (letzteres ist Auslegungssache, wenn es nicht irgendwo festgelegt ist). Das wäre zumindest meine Antwort darauf gewesen. Wenn andere (hier die goldenen Drachen) einen ärgern wollen, dann ärgert man halt zurück.

  • Das Victoria nicht sofort die Beziehung zwischen Rockergang und den Goldenen herstellt, finde ich seltsam (ok, zugegeben nach dem Angriff der Rocker und allem was sonst noch passiert ist, kann sie vermutlich auch nicht klar denken). Da sie durch den Zauber geschützt ist, war es doch sehr naheliegend, dass etwas Derartiges passiert, um den Schutz zu umgehen. Dann gibt es noch zusätzlich den Fahrstuhl der manipuliert wurde – das ist doch offensichtlich…
  • Wieso sind Kerstin und Victoria alleine in einem Tätorwirstudio, nachdem vorher immer so ein Theater um Geleitschutz gemacht wurde?
  • Wieso ist Lexia nie bei den Essen mit Abrexar dabei? Das ist zwar für die Geschichte sehr praktisch aber in der Realität kann ich mir nicht vorstellen, wie man sie immer ausladen kann ohne unhöflich zu sein. Zumal sie ja nicht gerade irgendwer ist (immerhin ist sie die offizielle Vertreterin der Goldenen).
  • Wie ist Linea bei so vielen Drachen drumherum unbemerkt in Victorias Zimmer gekommen kurz bevor sie versucht Victoria zu Heilen?
  • Lexia (vermutlich auch andere Drachen) findet es barbarisch und primitiv wie Menschen essen und meint Drachen seinen höher entwickelt aber die Drachen benutzen Menschen als Köder für Dämonen und lassen die Dämonen danach Besitz von den Menschen ergreifen bzw. sie töten. Alles klar, dass ist natürlich weniger barbarisch als etwas weniger vornehme Tischmanieren.
  • Wieso wird der mutmaßliche Verrat von Lexia unter den Gefährten nicht besprochen?
  • Das der Tee nicht gegen eine Krankheit hilft, sondern impotent macht hätte man schon deutlich eher vermuten können (das Abrexar nicht auf die Idee gekommen ist finde ich unwahrscheinlich, da er ja sonst sehr vorausschauen ist)
  • Das „das zweite Gesicht“ keine Visionen sind, sondern „fake“ war sehr offensichtlich. Eigentlich muss man sich eher fragen, wie die Idee mit den Visionen überhaupt entstanden

ist. Alleine der Name „zweites Gesicht“ für die Fähigkeit ist ja schon offensichtlich…

Aber die Grundidee, dass man seinen Geist öffnen kann und dann eindeutig beweisen könnte, dass man die Wahrheit sagt hat schon was. Das aber jedes „System“ ausgetrickst und manipuliert werden kann ist logisch. Die „Wahrheit“ liegt ja bekanntlich eh im Auge des Betrachters.

  • Sowohl in der Kiel als auch in der Lübeck Serie schwingt ständig mit, dass der Zweck die Mittel heiligt und es sollen immer einzelne für die Mehrheit geopfert werden (und zwar nie freiwillig, sondern weil es Leute entscheiden, die meinen das „große Ganze“ im Auge zu haben). Ich halte derartige Ideen für absolut unethisch und höchst bedenklich. Drei Beispiele dazu:
  1. Wenn man die Wahl hat entweder 10 Leute zu retten oder 100 (beides geht nicht – z.B. weil nicht genug Zeit bleibt), dann kann ich nachvollziehen, wenn man die 100 rettet.
  2. Wenn man ein Admiral im Krieg ist und befehligt Soldaten und man muss 10 Opfern um Mutmaßlich 50 zu retten, dann ist diese Entscheidung sicherlich sehr schwer (zumal man vor so einer Entscheidung nie Sicherheit hat – vielleicht sterben ja zusätzlich die 10 zusätzlich zu den 50). Trotzdem haben sich die Soldaten i.d.R. freiwillig zur Armee gemeldet und müssen darum gehorchen, weil diese Freiwillige Meldung zur Armee den Schwur auf das Befolgen von Befehlen einschließt.
  3. Wenn ein König oder eine Königin der Drachen (der rechtlich in Deutschland eh keinerlei Legitimation hat) meint vielleicht irgendwas erreichen zu können (also möglicherweise eine bessere Ausgangslage für einen Krieg zu schaffen) und dabei ohne Rücksicht auf Verluste Leute manipuliert, in deren Privatleben eingreift, sie belügt, betrügt und ohne Rücksicht auf einzelne Verluste handelt, dann ist das sehr verwerflich und sicherlich kein Fall von „der Zweck heiligt die Mittel“. Das betrifft in dieser Serie quasi alle herrschenden durch die Bank. Jalina spottet jeder Beschreibung und ist abgrundtief böse. Die bringt Leute schon um, weil sie von ihnen geärgert wurde. Grimmarr und Abrexar haben Victoria zwar geholfen und vermieden, dass sie stirbt aber nur um sie als Ressource zu verwenden (also aus rein rationalen Erwägungen). Beide sind Bereit sie für den „richtigen Zweck“ zu opfern. Victoria ist diesbezüglich kein Stück besser als sie selbst Königin ist.
  • Wieso macht Lenir sich nicht unsichtbar bei dem Kampf im Wolfslager? Dann hätte er die Tarnkuppel auch durchbrechen können.
  • Vielleicht habe ich was verpasst aber die Aussage beim Angriff auf das Schleimbeuteleiernest ist doch, dass ein Ei in 5 Sekunden von einem Drachen vernichtet werden kann. 100 Drachen sollen angreifen. Somit müsste für 10.000 Eier jeder Drache durchgehend feuern und das 8 Minuten lang (10000 Eier/100 Drachen * 5 Sekunden = 500 Sekunden). Da aber von 60% Verlusten ausgegangen wird und davon, dass die Drachen rollierend durch die Spähe springen müssten viel mehr Drachen im Einsatz sein. Zumal die Aussage ist, dass die Drachen nur 3 Sekunden über dem Nest sein sollen, also kürzer als die Dauer, die zum Vernichten eines Eis benötigt wird. Zeiten für Orientierung, Anvisieren und Reaktion mal ganz außen vor gelassen. Zusätzlich geht diese Variante von einer 100% Trefferquote und freiem Schussfeld für 100 Drachen aus.
  • Die Zitadelle der Schwarzen sollte doch geheim bleiben und sogar die Neugier von Drachen beeinflussen. Wieso wird dort eine Beerdigung mit tausenden von Drachen veranstaltet?
  • Alle neuen menschlichen Gefährten müssen sich ein Tatoo stechen lassen? Äh, geht’s noch?!

Nebelsphäre Lübeck Serie

Nebelsphäre Lübeck Der Zauber des Phönix - Johanna Benden  Nebelsphäre Lübeck Das Licht des Phönix - Johanna Benden  Nebelsphäre Lübeck Die Liebe des Phönix - Johanna Benden  

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Benden

Teile der Serie:

  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 1 – Der Zauber des Phönix (502 Seiten)
  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 2 – Das Licht des Phönix (378 Seiten)
  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 3 – Die Liebe des Phönix (442 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

«Wir leben nur einmal und dieses Leben kann in der nächsten Minute vorbei sein», hat er zu mir gesagt. «Genieße es, wo du nur kannst.»“

Dieses Mal habe ich mich leider nicht aufgepasst und mit der Nachfolgeserie angefangen. Wer also vorne anfangen möchte, startet mit der Kiel Serie. Nach Victorias Verhalten in dieser Serie, habe ich allerdings auch vorerst kein Interesse irgendwas über sie zu lesen (ob nun Königin oder nicht, ihr Verhalten geht überhaupt nicht).

„Vermutlich hat Eliande mich heute seinetwegen durch die Mangel gedreht. Die hatten Angst, dass ich ihm eine verpasse!“ Zorn flammte in ihr auf. „Zu recht! Ohhh, wie gerne hätte ich diesem arroganten Lichtanknipser eine vor den Koffer geknallt. Ein hübsches kleines Spinnenmuster für seine hochnäsige Visage!“

Buch 1: Die Protagonistin (Magaretha Sofie) hat Wirtschaftsinformatik studiert und ist beim Abschluss Jahrgangsbeste gewesen. Sie arbeitet im Handelskontor ihrer Großmutter und betreut dort die IT. Als Alleinerbin wird sie dieses Kontor später übernehmen.

Magaretha macht zunehmend die Erfahrung, dass ihre Gedanken Realität werden. Beispielsweise kann sie Gegenstände bewegen oder auch etwas zerstören und reparieren. Zuerst versteht sie nicht was passiert und zweifelt an ihrem Verstand.

Passenderweise landet sie auch gleich in der Psychiatrie, nachdem sie mehrere Ohnmachtsanfälle hat, die sich nicht erklären lassen. Dort lernst sie Jan kennen, der eine ungewöhnliche Anziehung ausübt und ihr von einer Welt von Drachen und Magie erzählt.

„Bei sowas machst du mit?“, zischte Bill. „Freiwillig?! Was bist du denn für ein Freund? Du hast ja … SCHMELZWASSER im Hirn! Das ist doch UNSERE Sofie! Wie kannst du mit dem aufgeblasenen Lichtheini gemeinsame Sache machen?! Der will sie uns doch WEGNEHMEN!“

Der Schreibstil ist anfangs etwas steif (diverse Weisheiten der Großmutter), nach einer Weile entspannt sich der Schreibstil aber glücklicherweise zunehmend und fühlt sich natürlich an. Auch an den norddeutschen „Slang“ gewöhnt man sich recht schnell.

Die ersten 100-150 Seiten hatte ich echte Probleme mich mit der Handlung anzufreunden. Die Geschichte nimmt einen zunehmend ein und Sofie verändert sich auch im Vergleich zu der sehr nüchternen Person, die sie am Anfang war. Interessant ist bei der Serie, dass die Autorin es schafft ohne einen riesigen Cliffhanger das Interesse für den zweiten Teil aufrecht zu erhalten. Liebe Autoren: So geht es eben auch!

„Mit niemandem ist Stille so harmonisch wie mit ihr.“

Buch 2: Sofie geht an die Magierakademie und sie hofft, dass sie  mit Jan zusammen bleiben kann und keinen Drachengefährten findet, der Ihre Beziehung zu Jan unterwandert. An der Akademie gestaltet sich der Alltag relativ schwierig, weil Sofie aufgrund ihres mentalen Schildes dem Unterricht nur schwer folgen kann.

«Sarah war meine Seelenverwandte, meine Sonne. Jetzt ist sie tot. Wie soll ich ohne sie leben? Niemand kann ohne Sonne leben! Mein ganzes Leben ist eine endlose Nacht.»“

Im zweiten Buch erlangt man Einblicke in die Dämonenwelt und eine Verschwörung, die seitens der Dämonen geplant wird und selbst eine Armee aufzubauen, die gegen die Drachen und die Menschheit kämpft.

Ein Gefährte bindet sich an Sofie, sie aber nicht an ihn und fortan benutzen die Drachen so ziemlich jedes Mittel um das zu ändern und die Beziehung zu Jan zu sabotieren. Der Gefährte ist anfangs ähnlich begeistert von der Beziehung wie Sofie.

Die äußere Bedrohung der Beziehung von Jan wirkt recht gut um die Emotionen zu vermitteln, die Sofie und Jan füreinander haben. Die Drachen und Ihre Führung lässt es aber ziemlich schlecht aussehen. Man gewinnt in diesem Buch den Eindruck, dass die Liebe zu Jan größer ist als die zunehmenden Einflüsse von außen. Toll geschrieben.

Buch 3: Im dritten Buch wird die Dämonenbedrohung größer. Die Dämonen bereiten eine Invasion vor. Xavosch wird Sophie sympatischer und Mitleid geht in Liebe über, weil sie die Nähe zulässt.

„Sobald klar ist, dass der Typ keinen an der Klatsche hat, dafür aber jede Menge Kohle auf dem Konto, kommt er als Versorger in Frage und du bist scharf auf ihn! Die archaischen Mechanismen funktionieren bei dir einwandfrei. Herzlichen Glückwunsch!“

Wie üblich in derartigen Buchreihen wird erst die große Liebe des Lebens plakatiert und ruck zuck ist das alles nicht mehr so wichtig und Sophie denkt darüber nach ihre große Liebe Jan zu seinem Wohle! (klar) zu verlassen und sich Xavosch hinzugeben. Ist für mich so nicht plausibel und dient nur dazu die Geschichte „spannender“ zu machen. Jan hier Jan da geht also nahtlos in Xavosch hier Xavosch da über.

Ich hätte mir in diesem Buch eine deutlich konsequentere Sofie gewünscht. Entweder war Jan die Liebe ihres Lebens oder nicht (man hat hier den Eindruck eher nicht). An Xavosch hat sie sich quasi selbst ohne Not aus Mitleid?! rangemacht und eiert das ganze Buch lang zwischen beiden rum. Die Wankelmütigkeit nervt einfach nur und macht Sofie ziemlich unsympathisch. Und dabei stellt sie sich auch wieder maximal naiv an. Ja, wie kann sich nur was entwickeln, wenn man ständig mit jemanden zusammen ist? Das kommt ja total unerwartet! Tja, und die Drachenführung das wieder ausnutzt ist auch so unerwartet, haben sie ja auch nicht schon mehrfach vorher gemacht. Damit kann man also nicht rechnen. Und danach wundert sie sich dann, dass Jan das nicht toll findet? Ernsthaft? Und klar, dann zerfließt sie in Selbstmitleid was sie Jan antut und hängt sich direkt wider an Xavosch. Dann kann man sich nur noch vor den Kopf schlagen…

„Ja, ja, man kann viel studieren“, lachte Jan. „Manche Theologen behaupten, es hätte die Evolution nie gegeben, obwohl Knochenfunde das Gegenteil beweisen.“

Für mich ist Sofie und ihr Handeln in diesem Buch von Anfang an unglaubwürdig. Auch das zurückziehen von Jan wirkt auf mich nicht plausibel.

Die ersten 50% des Buches passiert fast nichts. Es geht lediglich um die stärkere Bindung zu Xavosch. Und es wird viel über Atlantis und irgendwelche Unterwassereffekte erzählt (relativ unspannend für meinen Geschmack).

Die zweite Hälfte des Buches ist dann allerdings sehr spektakulär und spannend. Damit macht die Autorin wieder einiges weg!

Die Handlung im ersten Teil des dritten Buches und auch das Ende sagen mir nicht zu. Vielleicht bin ich auch zu konservativ aber mit der Idee kann ich mich nicht so richtig anfreunden.

Insgesamt fühlt sich der dritte Teil für mich konstruiert und nicht glaubwürdig an.

Fazit:

Andere können uns mit ihren Äußerungen nur deswegen reizen, weil das, was sie sagen, beispielsweise nicht zu unserem Empfinden von Gerechtigkeit passt. Je größer die Diskrepanz zwischen der fremden Äußerung und unseren eigenen Vorstellungen, desto höher der emotionale Ausschlag.

Nach einem etwas steifen Start im ersten Buch wird die Schreibweise ziemlich locker und angenehm. Anfangs hatte ich Probleme mit der plumpen, naiven Magaretha aber durch ihre Wandelung zu Sofie wird sie deutlich einnehmender (zumindest in den ersten zwei Büchern, im dritten ist das dann wieder vorbei).

Die Geschichte ist spannend, die Liebesbeziehung ist gut beschrieben (zumindest in den ersten zwei Bänden) und die Emotionen kommen an.

Die Drachen sind aber in Summe ziemlich gefühlskalt, bestimmend und haben nur ihr ziel vor Augen. Meine Sympathie mit Ihnen hält sich also sehr in Grenzen. Die dazu jeweils passenden menschlichen Gefährten sind nicht besser. Man kann niemanden dazu zwingen sich zu opfern und die Welt zu retten und bei angeblich hunderten von Jahren Alter und dementsprechend Geduld und Weisheit, sollte das recht naheliegend sein.

Der dritte Teil der Serie ist der schwächste – schade eigentlich nach einem vielversprechenden Start und einem noch besseren zweiten Teil.

Das Ende in Teil 3 hat mir nicht zugesagt.

Bewertung:

4/5 (Zwischenfazit, da mindestens noch ein weiterer Teil erscheint)

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Magaretha ist anfangs ignorant. Zuerst erkennt sie die Indizien, stempelt sie dann aber als Unsinn an. Naiv trifft es also nicht vollständig. Ihr Verhalten grenzt schon an dumm. Beispielsweise wird sie mit voller Absicht hintergangen und lässt sich anschließend mit einer fadenscheinigen Erklärung abspeisen, obwohl es sogar Beweise gibt. Nach einem Blumenstrauß und einer fadenscheinigen Erklärung ist aber alles ok für sie.

Wie sich später zeigt hat ihre vermeintliche Freundin sie nur ausgenutzt und auch das hat sie nie gemerkt.

Direkt danach erfährt sie, dass ihre Mutter von vermutlich von einem „Arzt“ unter dubiosen Umständen behandelt wurde und danach Gedächtnislücken hatte. Einige Jahre später starb ihre Mutter an Alzheimer. Dasselbe passiert ihr und wie könnte man da Zusammenhänge erkennen oder das hinterfragen…

Auch ihre neuerdings aufgekommene Zimtphobie (Spritze, Kekse, Tee, Eis, Latte, Zimtschnecken ….) hinterfragt sie nicht.

Das ist nicht glaubwürdig. Jemand der Jahrgangsbester in einem Informatikstudium ist, hat einen gewissen Intelligenzlevel. Auch wenn es Autoren offenbar immer gut in den Kram passt ihre Figuren in Situation a total schlau wirken zu lassen und in Situation b total dumm, ist das nicht realistisch und solche Charaktere nerven mich einfach, weil sie nicht konsistent und unglaubwürdig sind (das ist aber nicht spezifisch für diese Buchserie oder Johanna Benden, im Gegenteil).

  • Ich finde es seltsam, dass Sofie im ersten Buch nicht darauf reagiert, dass mehrfach angedeutet wird, dass sie für jemanden bestimmt ist und dass sie von anderen “Personen” bevormundet wird. Normalerweise würde man das nicht einfach so hinnehmen. Weiterhin nimmt sie es offenbar als gegeben hin, dass die „Königin“ (die letztlich auch nur ein ordinärer Mensch ist und auch nicht ihre Königin) über ihr Leben bestimmt. Das passt aber überhaupt nicht zu ihrer ansonsten logischen / aufgeklärten Art.

Viel später als es sie dann mehr über „Bestimmung“ erfährt, akzeptiert sie es einfach ohne zu kämpfen, obwohl sie in Jan verliebt ist.

  • Sofie hinterfragt nach dem Erstkontakt mit Jan und den Drachen nicht sofort was mit ihrer Mutter passiert ist. Das finde ich seltsam, da ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse durchaus nahelegen, dass ihre Mutter manipuliert oder vielleicht sogar getötet wurde.
  • Die beschriebene Bindung zwischen Gefährten gefällt mir wegen dem zwanghaften Charakter überhaupt nicht. Ich halte nichts von Vorherbestimmung oder Schicksal, sondern viel mehr von individueller Freiheit (ja, die ist leider immer auch diversen Zwängen unterworfen aber zumindest theoretisch hat man alle Möglichkeiten). Insofern kann ich mit einer vorherbestimmten Beziehung nichts anfangen.
  • Es ist ziemlich unglaubwürdig wie arrogant und rücksichtslos die Führung der Drachen Sofie und Jan auseinander treiben und stattdessen mit Xavosch verkuppeln wollen. Keiner denkt darüber nach was es anrichten könnte, wenn sich Sofie gegen die Drachen wendet oder aufgrund der Folgen der Manipulation selbst etwas antut. Die Drachen schaffen in Kombination mit ihren Gefährten die optimalen Voraussetzungen dafür, dass Sofie sich von ihnen abwendet. Das ist so vorhersehbar, dass es schon unglaubwürdig ist wie dumm die Führung der Drachen sich verhält.

Die Spitze bildet, dass Victoria den Totschlag (Mord wäre ja Absicht gewesen) an Sofies Mutter verheimlichen und zur Sicherheit Sofie vorher mit Xalosch verkuppeln will, bevor sie diese Info weitergibt. Falls sie die Info überhaupt weitergeben will…

Es ist doch recht naheliegend, dass man jemand der sehr schwer Vertrauen fasst, am ehesten mit der Wahrheit und ohne Manipulation gewinnen kann. Wäre ich Sofie, würde ich mit der gesamten Führungsriege der Drachen überhaupt nichts mehr zu tun haben wollen.

  • Interessant finde ich wie im Buch der Theologiestudenten als williges Opfer für Manipulation dargestellt wird. Wer Parallelen zur realen Welt findet… 😉
  • Die Frage „wann steht das Bedürfnis vieler über dem Bedürfnis einzelner“ wird in den Büchern thematisiert. Diese Frage wurde auch z.B. in Star Trek und Harry Potter (greater good / das höhere Gemeinwohl) gestellt. Diese Frage ist höchst problematisch. Wann ist es ethisch vertretbar das Wohl vieler über das Wohl einzelner zu stellen und ab welchem Verhältnis oder welcher absoluten Zahl ist es vertretbar. Diese Frage lässt sich nicht beantworten und insofern kann jede Entscheidung stellvertretend für andere in diesem Punkt nur falsch sein. Das die Drachen mit ihrem angeblichen Wissen und ihrer angeblichen Intelligenz so handeln, wie sie handeln wirf kein gutes Licht auf sie.
  • Da die Drachen die Menschen regelmäßig beeinflussen (verändern von Gefühlen), halte ich ihr Handeln für höchst unethisch, problematisch und eigennützig, obwohl sie aus der Erfahrung mit düsteren Epoche der Goldenen eigentlich gelernt haben sollten.
  • Der Reittrainer ist so sensibel wie ein Stück Brot. Das ist aber aus meiner Sicht ein schönes Beispiel für eine künstlich geschaffene Situation. An Sofies Stelle wäre es wohl normal gewesen, wenn sie einfach gesagt hätte: Nö, bei euren Verkupplungsversuchen mache ich nicht mit. Stattdessen spielt sie natürlich mit und natürlich entwickelt Zuneigung für den Drachen der Menschen hasst und der sie vorher verletzt hat und der sogar kurz überlegt hat, ob er sie nicht umbringen soll. Ganz logisch. Es passiert ja regelmäßig, dass man sich aus Mitleid in Leute verliebt, die einen umbringen wollten.
  • Dafür, dass Sofie so wichtig ist, finde ich es erstaunlich wie fahrlässig die Drachenführung (genannt Kaleidoskop) mit dem Leben von Sofie umgeht. Realistisch betrachtet, ist die Chance äußerst gering, dass Sofie das alles überlebt was sie ihr durch ihre Verbohrtheit zumuten.
  • Wenn man die Bücher liest, bekommt man den Eindruck, dass aus Mitleid Liebe entsteht. Wohl eher nicht…
  • Gabrielosch und Tyra sind einfach cool 🙂
  • Bill ist durchgeknallt und verpeilt aber ein echter Freund.
  • Das Sofie zu den freien flüchtet, nachdem sie das Gespräch mit Jan und Victoria mitbekommen hat ist nicht nachvollziehbar, weil sie keine Ahnung hat was deren Intentionen sind. Ein Hotel oder sogar ihr Auto wäre wohl deutlich realistischer gewesen um erst mal Ruhe zu haben und nachzudenken.
  • Victoria trifft durch die ganze Lübeck Serie hinweg dumme Entscheidungen. Und die Entscheidungen, die sie sich später vorwirft, sind sogar die richtigen…
  • Woher weiß Telliar wie viel Kraft nötig ist um das Tor zu öffnen bzw. welche Macht die Freien und Sofie in Summe haben?
  • Warum macht sich der Flüsterling nicht einfach vom Acker? Die Gefahr, dass es stirbt ist auch hoch, wenn er Befehle befolgt. Da könnte er sich auch einfach einen x beliebigen Wirt nehmen und verschwinden.
  • Wovon leben die Dämonen in ihrer sterbenden Welt? Im Buch wird davon ausgegangen, dass die Erde schnell entvölkert ist. Da auf ihrer eigenen Welt somit auch keine Nahrung mehr existieren kann, stellt sich die Frage wovon sie jetzt leben.
  • Wieso ist Sofie auf niemanden sauer nach dem finalen Kampf? Victoria oder die Drachen im Allgemeinen würden sich hervorragend anbieten. Wobei sauer eigentlich noch viel zu harmlos wäre.
  • Was ist überhaupt der Phönix in dieser Buchserie und woher wissen die Drachen, dass Sofie der Phönix ist? Entweder wird das nicht detailliert erklärt oder ich habe es nicht wahrgenommen. Sie wird von Jan einfach so genannt und das war es.

Flammentanz Serie

Flammentanz 1 Funken - Isabella Mey  Flammentanz 2 Flammen - Isabella Mey  Flammentanz 3 Feuer - Isabella Mey  Flammentanz 4 Brand - Isabella Mey  Flammentanz 5 Glut - Isabella Mey

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Isabella Mey

Teile der Serie:

  • Flammentanz 1 – Funken (302 Seiten)
  • Flammentanz 2 – Flammen (349 Seiten)
  • Flammentanz 3 – Feuer (344 Seiten)
  • Flammentanz 4 – Brand (344 Seiten)
  • Flammentanz 5 – Glut (314 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Also, optisch definitiv auf unserer Wellenlänge!«, erklärt Max unter heftigem Nicken seines Bruders. »Aber ansonsten wird sie es fertigbringen, dass selbst die Palme im Wohnzimmer in ihrer Gegenwart die Blätter abwirft.«

Buch 1: Inea ist Kindergärtnerin und führt ein ganz normales Leben. Sie hat die Wohnung ihrer Eltern geerbt und lebt dort mit Zwillingen in einer WG. Inea hat ein Problem mit Spiegeln, weil ihr Spiegelbild nicht normal ist. Sie sieht auch Dinge, die andere Menschen nicht wahrnehmen. Plötzlich passieren seltsame Dinge, die Ineas Welt durcheinander bringen.

Inea erfährt, dass es neben der ihr bekannten Welt eine Welt mit Magiern gibt und wird durch diverse Ereignisse in diese Welt verstrickt.

Die Geschichte ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben und es gibt immer wieder kleinere Zeitsprünge in der Erzählung. Es passiert also oft, dass man im Verlauf der Erzählung zurück springt zu vorherigen Ereignissen. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Veränderung muss immer aus einem selbst heraus stattfinden, nicht weil andere Menschen hier Bedarf sehen.

Zusätzlich wird eine aufkeimende Liebesbeziehung angedeutet. Bei diesem Buch handelt es sich um ein Auftaktbuch in dem Charaktere und der Magische Hintergrund erläutert werden.

Buch 2: Inea hat gelernt, dass es eine Magierwelt parallel zu der Welt gibt, die sie bisher kannte. Sie selbst ist auch Magierin aber bisher wurden ihre Fähigkeiten unterdrückt. Da ihre offenbar sehr seltenen Fähigkeiten sich gerade entwickeln benötigt sie Hilfe. Dazu kommt, dass ein Missglückter Liebeszauber sie und den Lord der Schatten aneinander bindet.

Ich hätte genauso gut im Kerker der Hexe bleiben können, dann wäre mir vieles erspart geblieben. Aber nein, das ist so nicht wahr! Es lohnt sich immer zu kämpfen, selbst wenn am Ende der einzige Gewinn in der Gewissheit besteht, dass man alles gegeben hat, was möglich war.

In dem Buch wird Inea gekidnappt und es geht darum die Konsequenzen des missglückten Liebeszaubers rückgängig zu machen. Die Haupthandlung wird hier sehr vorsichtig weitergeführt. Die im ersten Buch angedeutete Verschwörung spielt hier keine große Rolle und wird sogar erst im 4 Buch intensiver behandelt.

Buch 3: Auf Torin werden noch immer Anschläge verübt und da sich Inea und Torin trotz der Auflösung des Liebeszaubers noch immer zueinander hingezogen fühlen gerät auch Inea wieder mit in die Schusslinie.

In diesem Buch geht es um einen Nebenstrang der Haupthandlung, der von per Magie vergewaltigten Frauen und einem Sektenführer, der im Hintergrund die Fäden zieht, handelt. Weiterhin kommen sich Torin und Inea wenigstens etwas näher.

Buch 4: Nachdem die Anschläge nicht erfolgreich waren versucht der Verräter eine neue Taktik. Torin wird des Verrates bezichtigt und verbannt. Inea bekommt die Kommissura und den Status einer Straftäterin. Sie kann also nicht mal mehr Magie anwenden um sich zu verteidigen.

Der Verräter hat nun freie Bahn für seine Machenschaften und irgendwas hat er auch mit Inea vor…

Sowohl beim Feuermonster, als auch bei den Aurigoniern und den Hütern Inferiors reduziert sich offenbar das gesamte Denken auf dieses eine Thema. Na gut, die Teufel kann ich immerhin verstehen, auf dieser öden Insel gibt es wahrscheinlich sonst keine anderen Highlights.

Nachdem Buch drei einen Nebenstrang der Handlung gefolgt ist und auch in Buch zwei die Haupthandlung nur begrenzt fortgeführt wurde, geht es in diesem Buch mit der Haupthandlung weiter. Torin und Inea finden endlich zueinander (das war absehbar aber es hat sich sehr lang hingezogen). Vorwerfen kann man dem Buch lediglich, dass es nur begrenzt eigenständig ist. Es hört einfach mitten in der Handlung auf, sollte also nur zusammen mit Teil fünf gelesen werden.

Buch 5: Wie bereits im 4. Teil abzusehen war versucht das Feuerwesen, dessen Seele in 6 Teile zerlegt wurde sich wieder zusammensetzen zu lassen um danach schier unbegrenzter Macht zu frönen (erinnert mich irgendwie an Harry Potter). Da es den Rat kontrolliert hat das Wesen bereits sehr große Macht und Torin und Inea stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Und du hast recht, es ist besser, nicht immer alles zu glauben, Malinda. Ein guter Glaube hält jeder Prüfung stand. Immer wenn jemand etwas dagegen hat, dass du Dinge hinterfragst, dann kannst du sicher sein, dass etwas faul ist an der Sache.«

Die Geschichte wird stellenweise etwas seltsam für meinen Geschmack. Es geht um Leben und Tod und vermeintlich gestorbene (also relativ dramatisch) aber Emotionen kommen nicht so recht auf, weil  das Verhalten der Zwillinge und von Tina so bizarr und seltsam ist, dass die Geschichte eher ins lächerliche gezogen wird. Dazu kommen noch einige Logikschwächen zugunsten der Handlung und die Amnesie von Torin, die auch eher befremdlich wirkt. In der Phase verhält er sich auch total Irrational. Insgesamt wirkt die Geschichte im letzten Teil äußerst konstruiert.

 

Der Ansatz Amnesie + fremde Kontrolle ist etwas ausgelutscht. Dem Autor ermöglicht es natürlich alles Vorherige zu ignorieren, weil der handelnde ja nicht mehr um die Vergangenheit weiß und unter fremder Kontrolle steht. Aus meiner Sicht der schwächste Teil der Serie. Ich hatte mir mehr erhofft.

Fazit:

»Bruder, siehst du nicht das ironische Funkeln in ihren Pupillen? Sie gehört ganz klar zur Kategorie Barbiepuppe – außen Plastik, innen hohl!«

Der Anfang in Buch eins ist recht vielversprechend. Sowohl in Buch zwei als auch in Buch drei geht es eher um Nebenhandlungen, obwohl die Haupthandlung in Buch eins bereits angedeutet wird. Buch 4 läuft dann zur Höchstform auf und in Buch 5 wird die Handlung einerseits dramatisch (Lebensgefahr und Rettung der Welt) und andererseits recht lächerlich (Reaktionen von den Zwillingen und Tina).

Manchmal muss man sich erst durch die Hölle quälen, um den Himmel zu erkennen.

Aus meiner Sicht wäre hier mehr drin gewesen. Die Emotionen springen nicht so richtig über auch wenn der magische Hintergrund toll ist. Das Motiv der Liebenden, die sich von Anfang an angezogen fühlen aber aus diversen Gründen nicht zueinander kommen können und dann klappt es später doch ist natürlich auch nicht gerade neu. Torin ist quasi bis zum letzten Buch abweisend.

Bewertung:

3,5/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Woher weiß Torin in Buch 2, dass die Tropfsteinhöhle mehrere Ausgänge hat?
  • Wie bei derartigen Büchern üblich, ist es nicht sehr realistisch, dass Inea nach ihren Nahtoderfahrungen zwei mächtige unbekannte Magier verfolgt. Was dann passiert ist schon vorher klar…
  • In Buch 3 greifen Ramón und Rahl den Wächter nicht an. Demzufolge müsste Inea ihm begegnen, da sie nicht verschleiert ist. Später wird berichtet, dass sie ihn passiert hat. Wenn der Wächter die Wohnung beschützen soll, dann sollte es ihn beunruhigen, wenn sie die Wohnung betritt…
  • Das Kommunikationskristalle bei Benutzung geortet werden können (Aussage in Buch 5) ist nicht ganz logisch. Warum sollte das so sein? Das bedeutet, dass jeder Magier geortet werden kann sobald er kommuniziert. Da ein Kommunikationskristall aber offenbar keine eindeutige Zuordnung zu einem Magier besitzt, ist eh nicht zu erkennen welcher Magier ihn benutzt.
  • Ich finde es etwas unrealistisch, dass Torin nachdem er Sex mit ihr hatte und sie überhaupt nichts getan hat, was Zweifel rechtfertigt immer Sie in seinen Gedanken noch immer mit „die Feuermagierin“ tituliert. Zusätzlich hat ist er nach wie vor der Meinung, dass persönliche Details sie nichts angehen.
  • Ich finde es wenig glaubhaft, dass Torin trotz seiner extremen Hingezogenheit zu Inea, die andauernd beschrieben wird einfach Kampflos einem derart schlechten Plan zustimmt, dass Inea direkt in die Falle läuft um möglicherweise damit Ihre Freunde zu retten. Allein aufgrund der Zeitkomponente ist es wahrscheinlich, dass Inea längst ihre Magiefähigkeiten verloren hat, sie verletzt ist oder sogar tod, bevor Torin sie erreicht.
  • Die Erklärung warum zwei Seelenteile in einem Wirt landen finde ich nicht schlüssig. Selbst bei einem Busunfall sterben zwei Menschen wohl kaum im selben Moment. Somit wäre immer ein Zeitlicher Versatz beim Übergang der Seelenteile von einem Wirt auf den anderen und somit kann es nicht vorkommen, dass zwei Teile sich in einer Person vereinigen.
  • Warum sind alle Seelenteile auf einem Haufen, wenn über Jahrhunderte die Seelenteile von einer Person auf die nächste übergehen? Da ist die Wahrscheinlichkeit doch groß, dass mal jemand umgezogen oder ausgewandert ist.
  • Ich kann generell nicht nachvollziehen warum Inea Feodora hilft. Sie weiß, dass ihre Freunde so oder so sterben. Sie hat lediglich die Wahl die Welt zu retten oder die Welt zu zerstören einschließlich ihrerer Freunde
  • Wieso können Menschen den Wächterturm betreten, obwohl sie keine Kommissurastatus haben?
  • In Buch 5 wird Inea diversen schwächenden Effekten und Verletzungen ausgesetzt um die Schwächen von Feuermagie zu testen. Danach muss sie als unerfahrene Reiterin noch eine Lange strecke auf einem Pferd zurücklegen. Da das direkt vor dem finalen Kampf mit Feodora passiert, wäre sie wohl in der Realität total ko

Götterleuchten Serie

Götterleuchten 1 Erwachen des Lichts - Jennifer L. Armentrout  Götterleuchten 2 Im leuchtenden Sturm - Jennifer L. Armentrout   Götterleuchten 3 Glanz der Dämmerung - Jennifer L. Armentrout  Titan Series Book 4 Prophecy - Jennifer L. Armentrout

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jennifer L. Armentrout

Teile der Serie:

Götterleuchten 1 – Erwachen des Lichts (432 Seiten)
Götterleuchten 2 – Im leuchtenden Sturm (432 Seiten)
Götterleuchten 3 – Glanz der Dämmerung (432 Seiten)
The Titan Series 4 – The Prophecy (English Edition) – Deutsch zum Rezensionszeitpunkt noch nicht verfügbar

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Die Buchserie ist die Fortsetzung von Dämonentochter. Wenn man sich nicht den Spaß verderben will, sollte man diese Serie nicht vor der Dämonentochter Serie lesen, weil hier von der Serie nur eine Zusammenfassung ohne Emotionen und Tiefgang dargeboten wird.

Der Mistkerl war dafür bekannt, dass er einem wenig bis keine Informationen lieferte und dass er das, was er preisgab, in winzigen Mengen und im unpassendsten Moment offenbarte. Und zwar für gewöhnlich, nachdem diese Informationen nützlich gewesen wären.

Seth kann ich nach wie vor nicht leiden, was im Wesentlichen damit zusammenhängt was er Alex in der Dämonentochter Serie angetan hat und das er ganz nebenbei ein Massenmörder ist (das wird hier gerne mal am Rande erwähnt aber scheinbar ist das unproblematischer als eine Beziehung zwischen Reinblut und Halbblut). Auch das er im Nachhinein versucht hat seine Taten zumindest an Alex und Aiden wieder etwas abzuschwächen, macht ihn das zu keinem guten Menschen. Das was er angerichtet hat, lässt sich nicht rückgängig machen.

Im ersten Buch geht es primär darum wie Seth und Josie sich kennenlernen und es geht von Anfang an primär um die Beziehung zwischen den beiden. Im Gegensatz zu anderen Büchern von. J. Armentrout, wo das Beziehungsthema auch keine unwesentliche Rolle spielt, hat sie es hier eindeutig übertrieben (zu viel Lovestory, zu wenig Spannung / Abwechslung). Hier geht es noch mal mehr um Sex als in den anderen Büchern von ihr und die Szenen sind teilweise recht detailliert.

Im zweiten Buch geht es direkt so weiter. Wer also eine rege Fantasie hat, kann somit andere Anregung sparen. Wen eine interessante Geschichte lesen möchte, bekommt sie sporadisch zwischen den diversen Sexszenen – vor allem im ersten Teil des Buches. Dazu kommt dann noch das „du gehörst mir“ Gerede von Seth. Das ist so ungefähr das gleiche als wenn ein Hund an einen Baum pinkelt um sein Revier zu markieren. Ein Mensch gehört niemals jemand anderem.

Sie hätte auch weitergeschlafen, wenn eine Herde Minotauren mitten im Zimmer einen Flashmob aufgeführt hätte.

Es ist einfach lästig Seth durch Josies Augen zu sehen. Das ist quasi Seth durch die Rosa Brille. Und wie sich dann relativ schnell zeigt, hat Seth sich kein bisschen geändert, sondern macht dieselben Fehler wieder, die er mit Alex begangen hat und zwar nicht nur einmal. Josie ist noch blauäugiger als Alex und bekommt genug Warnungen, was sie aber nicht davon abhält Seth zu vertrauen.

Zur Belohnung hat sie am Ende des Buches ohne Verhütung Sex mit Seth, nachdem der sich kurz vorher zum Göttermörder aufgeschwungen hat (was auch immer dabei rauskommt bei einem Halbgott und einem Göttermörder). Weniger Verstand ist wohl kaum noch möglich und lässt einen ernsthaft an Josies Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Zumal sie sich später noch Vorwürfe macht, dass sie nicht trotz seines Verhaltens noch mehr getan hat um sich für ihn einzusetzen.

Alex und Aiden laufen im Gegensatz zu Seth zur Höchstform auf und sind als Halbgötter noch cooler als vorher.

Im dritten Buch wird Seth zu einem Gott und ist genauso Psycho wie eh und je. Tolle Kombination. Totale Macht in der Hand eines Wahnsinnigen Massenmörders. Er trifft wie üblich die falschen Entscheidungen und führt sich als Gott am weitgehend auf wie der letzte Vollpfosten. Josie wird von den Titanen entführt und sie nähren sich an ihr und sie ist fast tot als Seth sie rettet. Wie zu erwarten bahnt sich ein Kind bei Josie an (das war nach dem Ende von Buch 2 vorhersehbar) – wobei man eigentlich hätte davon ausgehen können, dass es nach der Entführung und der Folter bzw. dem Essens- und Wassermangel.

 

Josie hat unterdessen eine „alles Egal“ Mentalität und würde lieber die ganze Welt gefährden als die Liebe zu Seth. Zumindest kommt es am Ende des Buches so rüber. Sie passt also super zu ihm. Und das Beste ist dann auch noch, dass Seth von allen seinen Taten quasi freigesprochen wird, weil alles Schicksal war und er eh keinen Einfluss darauf hatte. Mit Verlaub ist die Geschichte in diesem Buch reichlich konstruiert und unglaubwürdig. Seth als Gott ist eine Lachnummer und man kann das nicht ernst nehmen.
Alex, Aiden und die anderen tauchen auch in diesem Buch auf.

Seth was quiet for a moment and then he said, “You know, I’m always of the mindset it’s better to ask for forgiveness than permission.”

Nachdem Seth zwei Titanen getötet hat treten zu Beginn von Buch vier diverse Ketteneffekte auf. Seth beginnt zu realisieren welche Konsequenzen seine Handlungen habe und dank Josie denkt er sogar darüber nach. Das ist ein echter Fortschritt für Seth. Josies Schwangerschaft schreitet voran und es gibt noch immer diverse Titanen, die es einzusperren gilt. Seth hat sich dank Josie zu einem zumindest halbwegs vernunftbegabten Wesen entwickelt. Weiterhin gilt es einen weiteren Halbgott zu finden mit dem die Titanen hoffentlich wieder eingesperrt werden können. Die Titanen sind natürlich auch nicht untätig…

Josie schreitet in ihrer Schwangerschaft voran und Seth und Josie sind weiterhin im 7. Himmel.

Fazit:

Die Bücher habe ich hauptsächlich deshalb gelesen, weil viele Charaktere aus der Dämonentochter Serie auftauchen. Das ist aber leider das einzig Positive was es über den Anfang der Buchserie zu sagen gibt. Die Qualität der Originalserie wird hier gehalten. Es gibt am Anfang viel zu viel Seth nach zu viele Sexzenen. Wer also die Dämonentochter Serie gelesen hat, wird hier einiges zu den Charakteren erfahren, die dort auch vertreten waren (Deacon, Alex, Luke, Aiden, Solos, Markus, Alexander). Es überleben aber nicht alle. Der Schreibstil der Autorin ist auch hier frisch und jung.

Meiner Meinung nach stellt sich die Serie bei den Einzelwertungen recht durchwachsen dar. Buch 1: 4/5, Buch 2: 2,5/5, Buch 3: 3,5/5 und Buch 4: 5/5

Bei allen Büchern der Autorin sind relativ viele Fehler in der deutschen Übersetzung vorhanden.

Bewertung:

3,5/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso hat Josie keine Einwände zu Gables Haus zu fahren, obwohl bei einer Vergleichbaren Aktion ihre Großeltern getöted wurden?
  • Alex Tod, sehr viel Leid für Alex und das ganze Theater mit einem halben jahr Oberwelt / Unterwelt wird durch diese Buchserie komplett sinnlos, weil nun doch Seth der Göttermörder geworden ist. Zusätzlich war es auch sinnlos, dass Seth den Deal mit Apollo und Hades eingegangen ist.
  • Wieso werden die Daimonen die Kreaturen, die in Buch 3 beschrieben werden und die aus dem Tartarus kommen. Das ist unlogisch, da die Mutter von Alex nicht für ihre Taten als Daimonin verantwortich gemacht wird und in die Elysischen Felder einziehen darf. Das heißt ein Daimon bzw. die Person aus der er entstanden ist kommt in die Hölle und der nächste ins Paradies?
  • Die ganze Göttermöderthematik ist hier nicht mehr logisch. Die ursprüngliche Erklärung ist, dass ein Göttermöder dann entsteht, wenn ein Apollyon die Macht des anderen übernimmt. Hier ist Seth offenbar in der Lage die Energie von jedem zu übernehmen und zwar ohne Körperkontakt. Ergo kann das jeder Apollyon und somit kann auch jeder Apollyon zum Göttermörder werden auch ohne das ein zweiter Apollyon existiert.
  • Wieso wird Hercules nicht mehr gebraucht? Seine Aufgabe war beim Aufspüren der drei Halbgötter zu helfen. Gefunden wurde aber nur eins. Den nächsten spüren Luke und Deacon dann auf.
  • Zusammenfassend ist die ganze Buchserie Dämonentochter die die Folgeserie quasi egalisiert und somit sinnlos. Hier die Story in Kurzform:
    Die Götter haben das ganze Chaos in der Dämonentochter Serie verursacht. Ares will die Weltherrschaft an sich reißen und setzt als Erfüllungsgehilfen und Göttermörder einen Apollyon (Seth) von seiner Blutlinie in die Welt. Seth erfüllt die klassischen Klischees (schlechte Kindheit, fehlende Vaterfigur, böse Mutter) und nimmt seine Rolle als naiver Erfüllungsgehilfe an und wird zum Massenmörder und blinden Waffe (obwohl er hinreichend gewarnt wird).
    Der planmäßige zweite Apollyon (Alex) nimmt sehr viel Leid in Kauf (was ihr größtenteils direkt oder indirekt durch Seth zugefügt wird) um die Herrschaft von Ares auf Wunsch der anderen Götter zu verhindern. Zur Belohnung wird sie am Ende von den Göttern getötet, da ein Göttermörder nicht weiterleben darf. Da sie vorher Ambroasia bekommen hat (wodurch sie zu einem Halbgott wird) ist sie quasi halbtot und bewegt sich zwangsweise zwischen der Unterwelt und der Oberwelt. Da die Zeit in der Unterwelt aber schneller verläuft (lt. Buch 16-7200x), sind aus ihrer Sicht extrem kurz. Um den Kampf gegen Ares zu bestehen wurde zur Unterstützung ein Titan freigelassen, der natürlich nach dem Kampf seinen eigenen Interessen nachgeht. Alle Toten der ersten Buchserie (und das waren viele) sind also komplett sinnlos gestorben, weil die zweite Serie quasi alle Handlungen der ersten Serie egalisiert.

In der zweiten Buchserie wird schnell klar, dass der eine Titan die anderen Titanen befreit hat (die Bedrohungslage ist also viel schlimmer als in der ersten Serie). Da die Götter aber nicht darauf vertraut haben, dass der Göttermörder unter Kontrolle behalten werden kann, haben sie 12 Halbgötter in die Welt gesetzt. Von diesen 12 sind nur 6 übrig geblieben (die anderen haben Götter oder Titanen getötet). Passenderweise sind diese 6 auch in der Lage die Titanen wieder wegzusperren. Eine davon ist Josie. Seth begeht die gleichen Fehler wie im ersten Buch und Josie (einer der Halbgötter) ist noch deutlich naiver als Alex und verliebt sich bedingungslos in Seth. Seth ist aus ihrer Sicht nur gut und egal was er ihr oder anderen zufügt, sie akzeptiert alles.

Beim Kampf gegen Atlas schwingt sich Seth entgegen aller im vorherigen Buch aufgestellter Regeln zum Göttermörder und Gott auf (bzw. hier sogar Titanenmörder). Er ist mindestens so verrückt wie jeder andere Gott) und bringt Atlas und Hyperion um was die Welt an den Rand der Zerstörung bringt. Interessanterweise ist auch das Ermöglichen dieser Situation eine Folge der Handlungen der Götter. Ohne Ares eingreifen hätte es keinen Göttermörder gegeben. Wenn die Götter Alex nicht getötet hätten, dann wäre der Göttermörder nicht vollkommen paranoid und ohne die Halbgötter, die aufgrund der Handlungen von Ares und wegen dem Tod von Alex entstanden sind, wäre Seth nie in der Lage gewesen zum Göttermörder und Gott aufzusteigen.

Wie üblich ist Seth egal welche Konsequenzen seine Handlungen für andere oder die Welt haben – er meint aber alles im Sinne von Josie ist bzw. er in ihrem Sinne handelt Wobei er selbst ihr erhebliches Leid zufügt und auch nicht bedenkt, dass sie in der Welt lebt, die er aus den Fugen hebt (von all den anderen denen er Leid zufügt reden wir besser nicht). Hier zeigt sich also die üblich hirnlose Handlungsweise von Seth, die man bereits aus der ersten Buchserie kennt.

  • Ich finde es etwas befremdlich, dass auf Seth an seinem Geburtsort direkt eine ganze Sekte von Verehrern wartet. Fanatiker gibt es natürlich immer aber warum sollte man davon ausgehen, dass er als Gott als erstes an diesen Ort zurückkehrt. Jeder halbwegs normal denkende Mensch hätte daran wenig Interesse, wenn er mit dem Ort nur Leid verbindet. Auch das Ares von all dem nichts wusste ist sehr seltsam.
  • Der Gottstatus wird in der Götterfunke Serie komplett entwertet, da es offenbar reicht Apollyon zu sein, ein paar andere anzuzapfen und schon ist man nicht nur ein nieder Gott, sondern direkt auf der höchstmöglichen Stufe. Seth springt also über einen kleinen Energietransfer von ein paar Halbgöttern direkt von der Apollyon Stufe zum absoluten Gott (also höher als z.B. Apollo oder Hades) und auf den Level von Zeus oder Cronus.

Hierarchie der Macht lt. der Buchserie:
o Absoluter Gott
o Gott innerer Kreis
o Gemeiner Gott
o Halbgott
o Apollyon
o Priester (Sekte die Seth unterstützt)
o Reinblut
o Halbblut
o Sterblicher

Shadows of Dark Ages Serie

 Shadows of Dark Ages 1 - Vermächtnisse - (311 Seiten)  Shadows of Dark Ages 2 - Legenden - (387 Seiten)

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Diana Dettmann

Teile der Serie:

  • Shadows of Dark Ages 1 – Vermächtnisse – (311 Seiten)
  • Shadows of Dark Ages 2 – Legenden – (387 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Ich wollte niemanden brauchen, weil man niemandem wirklich vertrauen konnte. Selbst denen nicht, von denen man es erwarten würde. Oder sich wünschen würde. Jeder hat seine Grenzen. Seinen Preis. Jeder erreicht irgendwann einmal einen Punkt, an dem es nur noch um ihn selbst geht. Und dann ist der Instinkt zu Überleben größer als jedes Gefühl. Dann gibt es keine Liebe mehr, keinen Hass, keine Familie. Dann zählt nur noch das eigene kleine bisschen Leben.

Buch 1:
Der Nachfolger der Elementar Serie beginnt ca. 20 Jahre später. Eva und Aiden haben mehrere Kinder und ein Adoptivkind. Dieses Kind erweist sich als „Nachkomme“ der Hexe, die Isabella unterstützt hat und heißt Liveen. Sie liebt  Eva und Aiden und ihre Geschwister. Die Hexe schafft es aber temporär die Kontrolle über Sie zu übernehmen. Nun beginnt eine Verfolgungsjagd bei der Liveen immer mehr weggenommen wird. Nach und nach wird aus dem Glücklichen und lebensfrohen Mädchen genau das wovor alle angst haben, nicht weil es unausweichlich war, sondern weil alle Sie in die Rolle hineinzwängen in dem sie ihr alles nehmen.

Buch 2:
Liveen flüchtet aus ihrem „Gefängnis“ und will gegen die Hexe kämpfen. Der Weg ist lang und zermürbend und mit weiterem Leid verbunden. Was am Ende dann passiert wird natürlich nicht verraten.
Emotional sprechen mich beide Bücher kaum an. Liveen ist driftet kurz nach dem Anfang des ersten Buches bereits in die düstere Stimmung ab, die fast durchgängig gehalten wird. Klar hat man Mitleid mit dem was sie durchmacht aber mehr eben auch nicht. Auch durch den Wechsel Bash zu Jay als Begleiter (Liveen weiß nicht, dass es der gleiche Begleiter ist, der sich quasi hinter einer Maske verbirgt), verbietet sich über den Großteil vom zweiten Buch eine tiere Beziehung.

Fazit:

Aus meiner Sicht schwächer als die Elementar Serie. Es ist zwar ganz interessant einen Blick auf die Zukunft von Aiden und Eva bzw. Victor und Eva zu werfen aber die neuen Figuren können nicht so richtig überzeugen. Das ganze erinnert irgendwie ein wenig an die Reise durch Mordor in Herr der Ringe. Die Geschichte ist weitgehend trost- und hoffnungslos.

Wenn ich eines von Cian gelernt habe, dann die Tatsache, dass Männer und Frauen niemals das denken, was der andere meint, dass sie denken müssten.“

Das Ende ist meiner Meinung nach schwach. Ich hätte mir irgendeine Art von Wiedersehen / Aussöhnung zwischen Aiden, Eva, Evoly und Liveen gewünscht. Aber da kommt leider überhaupt nichts. Sicher haben die sich ihr gegenüber auch nicht optimal verhalten aber auch in der Elemetar Reihe war zu erkennen, dass Aiden das „Gemeinwohl“ über Einzelschicksale stellt. Er denkt ja auch das richtige zu tun, wenn es auch für Liveen nicht das richtige ist.

Bewertung:

3,5/5

Vergleichbare Serien:


Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Position 375 eBook – Wieso weiß Evoly von dem Phönix?
  • Die Bedeutung des dubiosen Bandes ist mir nicht ganz klar. In Elementar war das Band quasi das Symbol für die Liebe, dass das Band entsteht. Bei Elementaren kann sich dieses Band nur einmal im Leben bilden. In dieser Buchserie schein es für die Möglichkeit zu stehen, dass Bash Energie auf Liveen überträgt und sie von seinen Heilfähigkeiten profitiert. Aber ist es auch durch die Liebe entstanden? Hat es abseits der nicht mehr vorhandenen Engergieübertragung keine Nachteile, dass das Band nicht mehr vorhanden ist?
  • Ähnlich wie bei der Elementar Reihe erweist sich auch hier alles im nachhinein als sinnvoll. Am Ende muss Morah den Entscheidenden Schritt tun und das wäre auch ganz ohne die Verwicklung von Liveen möglich gewesen. Das wäre theoretisch auch ohne Liveen möglich gewesen. Die Frage ist nur welche Konsequenzen es gehabt hätte.

Elemente der Schattenwelt Serie

Elemente der Schattenwelt 1 Blood & Gold - Laura Kneidl  Elemente der Schattenwelt 2 Soul & Bronze - Laura Kneidl  Elemente der Schattenwelt 3 Magic & Platina - Laura Kneidl

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Laura Kneidl

Teile der Serie:

  • Elemente der Schattenwelt 1 – Blood & Gold (335 Seiten)
  • Elemente der Schattenwelt 2 – Soul & Bronze (379 Seiten)
  • Elemente der Schattenwelt 3 – Magic & Platina (403 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Nachdem die von mir zuvor gelesenen drei Buchserien alle in der Ich-Perspektive geschrieben waren, war das hier die erste Umgewöhnung. Ich konnte mich hier schlechter mit den Personen identifizieren.

Die Geschichte ist nicht übermäßig komplex, zieht sich aber durch die drei Bücher durch. Die Charaktere sind interessant. Emotional hat mich die Geschichte nicht wirklich abgeholt. Das mag auch daran liegen, dass die Hauptcharaktere in jeder Geschichte andere sind. In den anderen Geschichten tauchen sie dann als Nebendarsteller auf.

Selbst Trümmer waren es wert, dass man dafür kämpfte, denn vielleicht konnte man aus ihnen etwas Neues erbauen.

Es geht um eine Welt in der Werwölfe, Vampire, Dämonen, Hexen und Geister existieren, die wiederum von verschiedenen Jägergattungen gejagt werden, die sich auf die verschiedenen Gegner spezialisiert haben. Die Protagonisten in den Büchern sind Teile dieser Welt.

Der Begriff Serie kann hier nur sehr lose angewendet werden. Es handelt sich eher um drei Einzelbücher, die lose miteinander verbunden sind und sich den selben Hintergrund teilen.

Aus meiner Sicht wurde das Potenzial hier nicht vollständig genutzt. Das erste Buch fand ich besser als das zweite und das dritte ist am besten. im dritten Buch ist die Geschichte unerwarteter und somit spannender.

Im ersten Buch geht es um zwei angehende Vampirjäger, die sich unerwartet schnell Herausforderungen stellen müssen, die mit dem König der Vampire stellen zu tun haben. Im zweiten Buch geht es um Geisterjäger und im dritten Buch findet die Handlung bei den Vampiren statt.

Fazit:

Hier wurde über die Serie zwar die Geschichte fortgesetzt, die Hauptcharaktere aus den jeweiligen Vorgängern dürfen in den anderen Teilen aber nur in Nebenrollen mitspielen.

Die Welt ist ganz interessant aber hier fehlt mir das gewisse Etwas.

Bewertung:

3,5/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Grundannahme, dass eine Verlorene ID Karte zum Angriff auf die das Jägerhauptquartier geführt hat ist total lächerlich. Zumal die Jäger von der verlorenen Karte wussten. Wenn man mit tödlichen Gegnern zu tun hat und bei einem Verlust einer Zugangskarte nicht mal in der Lage ist die Karte zu deaktivieren ist das mehr als ein Zeichen von Unfähigkeit oder Arroganz (oder einfach einem einfallslosen Autor). Der Angriff auf die anderen Quartiere erklärt sich damit übrigens auch nicht.

Nathaniel und Victoria Serie

Nathaniel und Victoria 1 Unter goldenen Schwingen - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 2 Unter höllischem Schutz - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 3 Unter irdischem Siegel - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 4 Unter venetischer Sonne - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 5 Unter südlichen Sternen - Natalie Luca

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Natalie Luca

Teile der Serie:

  • Nathaniel und Victoria 1 – Unter goldenen Schwingen (365 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 2 – Unter höllischem Schutz (363 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 3 – Unter irdischem Siegel (366 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 4 – Unter venetischer Sonne (332 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 5 – Unter südlichen Sternen (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Diese Geschichte ist definitiv mal was anderes als das übeliche einerlei. Gerade wenn man mehrere Liebesgeschichten im Jugendbuchbereich liest gleichen sie sich nach einer Zeit ziemlich. Die Idee hier mit dem Schutzengel, den man normalerweise nicht sieht und in den man sich auch nicht verlieben darf, ist wirklich mal was anderes.

Die Frau blickte mich mit jenem Krankenschwestern-ausdruck an, der mir das Gefühl gab, als wäre ich eine Gefängnisinsassin.

Buch 1: Die Geschichte beginnt mit einem potenziell tödlichen Autounfall. Wie sich recht schnell zeigt wird Victoria von einer Person gerettet, die außer ihr niemand gesehen hat. Später zeigt sich, dass die Person ein Schutzengel ist – ihr Schutzengel (Nathaniel). Die wenigsten Menschen können ihren Engel sehen, wenn man aber dazu in der Lage ist und sich dann bewusst dafür entscheidet, dass man dieses Wissen behalten möchte, dann sieht man auch die andere Seite… Der Unfall scheint aber kein Zufall gewesen zu sein, sondern geplant. Die Frage ist nur wer dahinter steckt und warum? Und offenbar ist auch Schutzengeln nicht in jedem Fall erlaubt einzugreifen. Es wird recht schnell an der Art wie Victoria und Nathaniel aufeinander reagieren deutlich, warum er eingegriffen hat.

In meinem Leben gab es nämlich ein davor und ein danach. Davor war alles in Ordnung gewesen. Danach … Genau genommen gab es in meinem Leben nur ein davor.

Buch 2: Im ersten Buch hat Victoria ihren Schutzengel kennen gelernt und ihm sein Leben gerettet, nachdem er ihr das Leben gerettet hat. Weiterhin ist sie in Ihn verliebt. Das darf er aber niemals wissen, weil Engel sich nicht in die Person verlieben dürfen, die sie beschützen. Victoria musste einen Dämonen austricksen um das Leben von Nathaniel zu retten. Kein Wunder also, dass neue Probleme warten…

Es kommt wie es kommen muss. Einer ihrer Engel wird getötet und Nathaniel fällt. Victoria versucht alles um ihn aus der Hölle zu befreien. Im letzten Moment bevor sie einen folgenschweren Deal eingeht kämpft sich Nathaniel zu ihr zurück. Aber was ist er? Engel, Dämon?
Am Anfang des Buches werden aber diverse vollkommen sinnlose Entscheidungen getroffen, die teilweise nicht nachvollziehbare Konsequenzen haben. Man hat hier den Eindruck, dass die Autorin beim ersten Buch noch nicht über das zweite nachgedacht hat. Somit wirkt der Anfang des zweiten Buches leider recht konstruiert.

»Dann hätten wir also geklärt, dass ihr beide willens seid, euch jeweils für den anderen an den Teufel zu verkaufen. Sehr schön. Butterkeks, irgendjemand?«

Buch 3: Nathaniel ist zurück, er ist sowohl Engel als auch Dämon. Nachdem sich das herausgestellt hat, sind beide Seiten (Luzifer und die Erzengel) an ihm interessiert, weil er beiden Welten wandeln kann. Beide Seiten bieten ihm Deals an, die aber diverse Nachteile haben. Wofür entscheidet sich Nathaniel und wie wirkt sich das auf Victoria aus? Es kommt natürlich wie es kommen muss. Am Ende kommt es zum Unvermeidlichen Kampf mit Lazarus.
Das dritte Buch ist so geschrieben, dass man die Serie hier guten Gewissens abschließen kann.

Buch 4: Nachdem Nathaniel Lazarus besiegt hat sieht es endlich so aus als wenn Victoria und Nathaniel eine etwas ruhigere Zeit genießen könnten. Allerdings zeigt sich, dass Nathaniel verflucht wurde. Auf der Suche nach mehr Informationen und um einen Freund von Marcello zu helfen geraden Victoria und Nathaniel in Kontakt mit der Mafia und die Hölle ist auch irgendwie verstrickt…

»Schick doch den Erzengeln eine Postkarte«, fauchte Ramiel zurück. »Lieber Michael, schöne Grüße aus Paris, euer Plan ist Schrott. Herzlichst, Nathan…«

Buch 5: Im diesem Buch steht das Abitur unmittelbar bevor. Zusätzlich schleicht sich wieder ein Dämon in die Träume von Victoria. Dieser Dämon scheint sie aber nicht verletzen, sondern waren zu wollen. Es scheint so als wenn Luzifer eine groß angelegte Verschwörung plant und die wichtigsten Erdengänger vernichten will um anschließend mithilfe der Dämonen Chaos und Vernichtung über die Erde zu bringen. Natürlich können Nathaniel und Victoria dabei nicht untätig zuschauen.

In Buch 5 bleibt die Logik leider wieder völlig auf der Strecke. Mehr noch als in Buch 2.

Fazit:

Die Idee ist wirklich kreativ. Allerdings spielt sich die Geschichte in unserer Realwelt ab. Wenn man davon ausgeht, dass jeder einen Schutzengel wie Nathaniel hat, dann sind viele anderen entweder recht demotiviert oder nicht besonders fähig. Aber auch das wird ja ansatzweise erklärt. 😉

Allein die Dreiteilung zwischen Körperlich, Rational und Emotional in Form der drei Engel sorgt für eine menge Dynamik. Das erste Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Nach dem ersten Buch geht es aber am Anfang des zweiten Buches deutlich bergab. Die von der Autorin aufgestellten Regeln werden ignoriert und die Autorin stolpert von einer Logikschwäche in die nächste. Glücklicherweise geht es danach recht schnell wieder Bergauf und das Niveau wird auch im dritten Buch durchgängig gehalten.

Nach dem dritten Buch ist die Geschichte logisch abgeschlossen. Dementsprechend gibt es auch im vierten Buch Teile, bei dem Nathaniel nicht im Interesse von Victoria handelt (das war vorher immer seine oberste Priorität). Das bedeutet der Fortgang der Geschichte wird über die durchgängige Darstellung der Charaktere gestellt.

Somit bleibt eine Tolle Liebesgeschichte mit Abenteuer, Engeln, Dämonen und viel Abwechslung aber einigen Logikschwächen.

Bewertung:

4/5

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso werden Engel mit dem Fall bestraft, wenn sie einen Menschen lieben und der Mensch die Liebe erwidert? Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Später wird dann präzisiert, dass jegliche sexuelle Handlung einschließlich Küssen eine „unverzeihliche Tat“ darstellt.
  • Victoria kann Nathaniel ein Kissen an den Kopf werfen und sich an ihm abstützen (zu dem Zeitpunkt ist er noch Engel). Da er ja oft direkt neben ihr läuft und ihre Freunde ihn nicht wahrnehmen, ist er entweder physisch auch nicht präsent für ihre Freunde (wobei Kleidung ja nicht durch ihn hindurchgehen dürfte, die ist ja auch ein Gegenstand) oder er müsste extrem vorsichtig sein (vor allem bei Berücksichtigung der Flügelspannweite). Basierend auf der Aussage mit dem Kissen müsste sich seine Anwesenheit beweisen lassen, indem man ihn einfach mit Gegenständen bewirft. Das würden andere Menschen auch wahrnehmen können, dass die abprallen…
  • Seit wann ist ein Professor Bibliothekarin? Ist das in Österreich anders? Zusätzlich wird selbst in der Schule von Semestern und nicht von Schuljahren gesprochen.
  • In Buch 2 ist der Schild plötzlich Seraphelas Schild – vorher war es der Schild von Lazarus?!
  • Wieso ist Seraphena bereit sich zu opfern und warum will sie plötzlich, dass Nathaniel mit Lazarus kämpft? Sie weiß doch, dass der Schild durch Lazarus nicht deaktiviert werden kann. Auch die Drohung von Lazarus den Schild zu deaktivieren macht keinen Sinn, weil der Bluff sofort aufgeflogen wäre, wenn Seraphena gesagt hätte.
  • Der Begriff unverzeihliche Tat wird anfangs nicht näher erläutert. Erst ist die Rede davon, dass Engel und Menschen sich nicht verlieben dürfen. Später ist von Handlungen, die auf Liebe basieren oder Küssen die Rede. Das ist doch ein recht wesentlicher Unterschied. Insofern war Seraphinas Tod völlig überflüssig, weil der Verlust des Schildes erst mal nicht zu Nathaniels Tod geführt hätte und durch ihren Tod ja eh erfolgt.
  • In Buch 1 wird erwähnt, dass Erzengel Dämonen Töten können. Nachdem Lazarus mehrfach Victoria angegriffen hat, sollte es dafür genügend Anlass geben, wenn der Teufel schon persönlich eingreift weil Seraphina Victory physisch schützt. Stattdessen geht es mal wieder Darum Nathaniel in die ewige Verdammnis zu schicken. Mit Verlaub: Da werden die Dämonen vom Teufel aber wesentlich besser behandelt als die Engel von den Erzengeln.
  • Bei Marcellus und Sophie wird mehrfach erwähnt, dass die beiden keine Kinder haben können (weil er Erdengänger und trotzdem ihr Engel ist). Kinder zu bekommen ist aber laut den Regeln für Engel eh unmöglich, weil selbst ein Kuss schon eine unverzeihliche Tat wäre (zumindest gelten diese Regeln für Nathaniel und Victoria). Wobei hier offenbar die Ausnahme von der Regel greift. Damit schwankt die gesamte Geschichte, da alle Folgen auf der unverzeihlichen Tat beruhen. Dazu kommt, dass nie ein Grund für diese Regel genannt wird.
  • In Buch 4 ist Nathaniel so besorgt um Victoria, dass er nicht nach Italien will, um einem Freund von Marcello zu helfen. Dann ist er dort mit Vitoria und erfährt, dass sowohl die Mafia als auch ein sehr mächtiger Dämon aus Luzifers innerem Zirkel verstrickt ist. Er ist sogar bereit Victoria alleine zurück zu lassen und in die Hölle zu gehen, nur um einem Wildfremden zu helfen und etwas für Marcello zu tun, was dieser nicht mal von ihm verlangt? Es ist immer wieder „schön“, wenn Autoren erst Charaktere aufbauen und sie dann zur Spannungssteigerung unverständlich agieren lassen. Die Aktion von Nathaniel (Höllenbesuch + Alleingang) macht so richtig Sinn, nachdem Victoria und erschon so viel erlebt haben, er schon mal in der Hölle fest saß und weder er noch Victoria alleine zurechtkommen. Allein das sollte schon Motivation genug sein, um es nicht zu tun.
  • In Buch 4 erwähnt Isabella, dass die Höllengeister bei Zerstörung des Kelches, in dem sie gefangen wurden, wieder auf ihr ursprüngliches Ziel zurückfallen, es sei denn es ist noch etwas böseres in der Nähe. Woher kann sie das wissen?
  • In Buch 5 geht es um eine Verschwörung der Hölle bei der er es sehr wichtig ist, dass das Wissen um die Verschwörung geheim bleibt, damit Luzifer nicht vorgewarnt wird. Daher dürfen die Erdengänger nicht zusätzlich beschützt werden, da es sonst Verdacht erregen könnte. Der weltweit berühme halbdämonische Engel mit seiner sterblichen Freundin, der aufgrund seiner Bekanntheit überall auf der Straße angesprochen wird von Erdengängern, kann natürlich problemlos um die Welt reisen und alle gefährdeten Personen vorwarnen, ohne das es auffällt? Ja klar!
    Dann kommt es sogar noch besser: Die erste zu kontaktierende Person wird auf einer Kunstausstellung besucht, bei der Nathaniel die Person in einer Traube von Menschen anspricht. Danach entschuldigt sie sich bei dem umstehenden Pulk und geht mit Nathaniel und Victoria in andere Räumlichkeiten. Das nenne ich mal unauffällig. Das ist ein gutes Beispiel für wenig kreative Entscheidungen der Protagonisten, um die Geschichte spannend zu halten. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Da hätte man auch gleich Luzifer direkt die Info geben können.
    In die letzte zu kontaktierende Person ist in New York. Dort wird ein Foto von der Person + Nathaniel und Victoria gemacht, dass anschließent im Internet veröffentlicht wird. Die beiden wissen von dem Foto und haben nicht verlangt, dass es gelöscht wird.
    Nachdem Sophie entführt wurde, setzt sich Marcellus sofort mit den anderen bedrohten Personen in Verbindung. Da hat sich die geheime Rundreise, bei der Victoria und Nathaniel mehrfach ihr Leben riskiert haben ja richtig gelohnt. Da hätte man auch gleich direkt Kontakt aufnehmen können.
  • Die Duschszene in Buch 5 ist nicht so richtig durchdacht – Nathaniel steht mal wieder in Flammen. Victoria schaden die Flammen nicht aber das Dushwasser verdampft komplett in seinen Flammen. Ich glaube das wäre recht schnell etwas warm für Victoria. Genauso die Szene im Taxi. Er schmilzt die Sitzbezüge aber die Klamotten (Anzug) steckt das alles problemlos weg.
  • Ein Mitglied der OPEC nimmt an einer Konferenz teil und hat seinen zwölfjährigen Sohn dabei, der während der Konferenz in eine Schule im Konferenzort geht. Dort freundet sich Malik ruck zuck mit dem Sohn an. Der Sohn organisiert auf Wunsch von Malik ein Treffen zwischen wildfremden und seinem Vater?! Konstruierter geht nicht mehr. Realistisch wäre wohl ein Privatlehrer oder der Sohn bleibt einfach zu Hause, wenn der Vater auf eine kurze Geschäftsreise geht. Zumal in dem Fall Geld keine Rolle spielt und der Vater sicher Bedienstete hat.
  • In den Büchern wird erwähnt, dass Nathaniel als Dämon noch größer ist als zu Engelszeiten. Als Engel hat er aber nicht in ein Auto gepasst. Als Dämon schon. Weiterhin hat er auch als Dämon Flügel. Wie das aber funktionieren soll, wenn er ganz normale Kleidung trägt und sich vom Erdengänger zum Dämon verwandelt, wird nicht erläutert.
  • Beim Australienabschnitt merkt man gleich, dass die Autorin sich noch nicht mit den Biergewohnheiten in Australien beschäftigt hat. Foster‘s bekommt man dort nicht (zumindest habe ich bei beiden Besuchen kein Foster‘s gesehen). Das wird uns nur so verkauft, dass wir alle glauben, dass man in Australien nichts anderes trinkt.
  • Ein 2000km Flug durch halb Australien mit einer klapprigen Propellermaschine benötigt 2,5 Stunden? Das nenne ich mal beeindruckend. Dafür würde man einen Düsenjet benötigen und das wäre schon knapp. Zurück wird es dann noch schneller. Erst nach Alice Springs, dann von dort nach Sydney und das in 2,5 Stunden. Ich glaube die Concorde ist in Australien nie geflogen…
  • Im Australischen Outback brauchen Nathaniel und Victoria Stunden um auf die Idee zu kommen, dass sie Ramiel rufen, nachdem sie mit dem Flugzeug abgestürzt sind. Klar, sie haben kein Wasser und alle Zeit der Welt, weil Luzifer die Welt ins Chaos stürzen will. Warum also die Eile, wenn man auch noch tödliche Verfolger hat. Zusätzlich schleppen sie aus emotionalen Gründen sinnlos einen Toten mit, obwohl sie verfolgt werden.
  • Die Thematik mit dem Baby was Nathaniel und Victoria bekommen ist nicht ganz schlüssig. Nathaniel sagt er könne kein Kind zeugen, weil er Engel ist. Später wird das laut Sam zu dürfen abgeschwächt. Das ist ein wesentlicher Unterschied, weil nicht dürfen bei Verletzung eine unsägliche Tat darstellt und den Fall des Engels zur Folge hätte. Das heißt Verhütung ist sehr angebracht bei den zu erwartenden Konsequenzen. Nicht können benötigt keine Verhütung, weil eh nichts passieren kann. Dummerweise erfahren Nathaniel und Victoria aber vom Erzengel, dass sie schwanger ist, passenderweise direkt als gerade eine Engelsstelle benötigt wird. Da sie aber vorher Sex hatten, war der entweder ohne Verhütung (dann wäre Victoria aber wohl schon eher schwanger gewesen) oder es läuft doch auf nicht können hinaus.
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